GIS Trends 2017

Die Verfasser dieses Artikels haben nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Rückmeldungen aus einer eigenen Umfrage ausgewertet, die dazu diente, die aktuellen Trends unserer GIS Branche zu erfragen.

Ein echter Trend: UAVs, Unmanned Aerial Vehicles oder auch: Drohnen.  Ich habe vor einigen Jahren noch spöttisch darüber geschrieben, heute geht ohne Drohnen fast nichts mehr. Damit verbunden sind natürlich die entsprechenden Sensoren sowie Software, die die aufgenommenen Daten prozessiert.

Ernüchternd: Online GIS hat noch längst keine Durchdringung, wie ich das vermutet hätte: Lediglich 5% der Befragten gaben an, „komplett“ umgestiegen zu sein, 75% der Befragten arbeiten noch immer mit Desktop GIS Anwendungen. Da diese Umfrage von einem GIS Magazin durchgeführt wurde, kann es freilich sein, dass SaaS Plattformen eine höhere Marktdurchdringung haben, insbesondere in den weniger klassischen GIS Branchen.

Einfluss auf die GIS Branche werden demzufolge auch Technologien wie Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR), Internet der Dinge (IoT), und natürlich autonomes Fahren haben.

 

Schifffahrtsrouten

Manche Sachverhalte werden einem erst bewusst, wenn man sie auf eindrucksvollen Bildern sieht. Ein solches Bild ist die Karte auf moverdb. Es zeigt eine Weltkarte, die durch die Schifffahrtsrouten sichtbar wird. Es handelt sich dabei um aufgezeichente Routen von Handelsschiffen aus dem Jahr 2012.

Die bewegte Datengrundlage seht ihr unten. Wenn man das mal eine Minute auf sich wirken lässt, sieht man deutlich die Nahtstellen in der internationalen Schifffahrt.

Big Data – und bad reality

Dieser Artikel hat nur am Rande mit Geodaten zu tun. Der Artikel, auf den ich hier hinweise hat genau genommen nur so viel mit GIS zu tun, dass das Wort „Karte“ einmal darin vorkommt. Aber – und das ist interessant: Dass GIS gar nicht mehr explizit erwähnt wird, zeigt auch um so mehr, dass GIS inzwischen nichts besonderes mehr ist – oder sein muss. Oder wie ein Kollege von mir das unlängst formulierte: „GIS ist doch nichts anderes als Big Data“…

Zum Artikel: Er hat den netten Namen „Ich habe nur gezeigt dass es die Bombe gibt“ und beschreibt – in einem Satz zusammengefasst, wie altertümlich die Social Media Kampagne von Hillary Clinton sich im Gegensatz zu der von Donald Trump ausnimmt. So wird dann im Nachhinein auch klar, warum Donald Trumps Wahlkampf so bescheiden wirkte – finanziell wie auch bezogen auf seine Reisetätigkeit…

Seriös?

Refugee and Migrant Crime Map ist eine Seite (übrigens ohne Impressum), von Menschen, „die sich erhebliche Sorgen um die Sicherheit ihrer selbst und ihrer Angehörigen machen.“ Ziel der Macher „ist es nicht, Menschen zu diffamieren oder zu beleidigen.“ Vielmehr geht es darum, „Straftaten, die durch Migranten und Flüchtlinge verübt werden, umfassend dokumentieren“, und über das  „tatsächliche Ausmaß der zunehmenden Gewalt und Kriminalität durch Migranten aufzuklären“.

Nun, ich hab mir die Seite kurz angeschaut und bin prompt auf den Fall im Screenshot gestoßen. Dass Schwarzfahrer automatisch Migranten seien, fand ich merkwürdig.

Dann habe ich mir die Details angeschaut: Dort steht im Polizeibericht der Bundespolizei, dass es sich um einen „südländisch aussehenden“ Mann handelt. Weitere Informationen, die darauf schließen lassen, dass es sich um einen Flüchtling oder Migrant handelt… gibt es nicht.

Unter der Rubrik „Fahndung“ findet man dann ein Foto eines 15-jährigen Schwarzafrikaners, der die Wohnung seiner Pflegeeltern verlassen hat und seither vermisst wird. Informationen, warum dieser Mensch gesucht wird, gibt es keine.

Heise.de hat diese Seite bereits besprochen, hier gibt es weitere Infos.

Apple macht Street View aus der Luft

Apple plant laut diesem Beitrag, seine Kartendaten mittels autonomen Dronen zu verbessern: Ähnlich StreetView sollen die Dronen auch Daten z.B. von Verkehrsschildern sammeln. Allerdings sollen diese und andere Informationen wie z.B. Staus und deren Länge deutlich schneller verfügbar gemacht werden.

Außerdem will Apple in das Thema Indoor Navigation investieren, um Anwendern nicht nur die Route zum Einkaufszentrum zu zeigen, sondern auch noch zum gesuchten Geschäft.

Bewegungsdaten sammeln per App

Schon vor einigen Jahren (es dürfte so um die Zeit gewesen sein, als ich hier den letzten Beitrag verfasst habe), habe ich ein Strategiepapier eines bekannten IT Analysten gelesen. Der schrieb damals sinngemäß, dass im Jahr 2020 alle dann erhobenen Informationen nicht nur einen Zeit- sondern auch einen Ortsbezug haben würden. Warum? Weil die meisten Informationen dann mit mobilen Endgeräten erfasst werden. Man kennt das ja heute schon von Handyfotos.

Nun also ist es soweit: Ein Start Up namens Locarta hat die App Collekt entwickelt, die nichts weiter macht, als Bewegungsdaten auszulesen. Dafür, dass der Nutzer seine Bewegungsdaten preisgibt, bekommt er Geld oder Gutscheine. Die Daten werden dann von Locarta für Marktforschungszwecke genutzt. In diesem Interview erzählt der Gründer des Unternehmens, Jan Rettel, mehr dazu.

Wohin geht’s mit GIS?

Ein Thema, das mich seit einiger Zeit beschäftigt, wurde gerade in den USA diskutiert: Wo geht’s eigentlich mit GIS hin? Teilt sich die GIS Welt in eine „neue“ und eine „alte“?

Die „alte“, die „traditionelle“ GIS Welt: Ich hab mich oft gewundert, warum es so viele altbackene Traditionalisten gibt, die an überkommenen Ideen und Geschäftsmodellen festhalten – und neue Ideen und Geschäftsfelder ignorieren.

Andererseits: Die „moderne“ Welt mit Maps, Social Media und Apps. Lauter neue Datenquellen und neuen Geschäftsideen. Ist das GIS?

Ist es vielleicht einfach nur so, dass die „alten GIS Hasen“ nun feststellen, dass immer mehr Menschen in GIS machen, ohne den traditionellen Geo-Hintergrund? Und dass die Diskussion völlig überflüssig ist und nur deswegen geführt wird, weil die alten GIS Hasen sich also bedroht sehen?

Was meint Ihr?

Von der Topographie zur Typographie

Mal wieder etwas Schönes, Originelles, Spannendes: Ein Kickstarter Projekt namens Aerial Bold. Oder für alle, die Textverarbeitung nur in Deutsch kennen: Statt Arial Fett Aerial Fett, also eine Schriftart, die aus Luftbildern (Aerial Photography) gewonnen wird. Eine neue Schriftart also, die man in der Textverarbeitungssoftware nutzen kann. Für diejenigen, die an Fernerkundung und Mustererkennung interessiert sind, sicherlich ein sehr spannendes Thema.

Noch gibt’s das aber nicht. Damit das Ganze zum Fliegen kommt (unbeabsichtigtes Wortspiel), braucht es noch ein wenig Startkapital. Also ab zu Kickstarter und das Ganze mit ein paar Dollar unterstützen.