SketchUp geht zu Trimble

SketchUp ist eine Software zur Erstellung von 3D Modellen. Und zwar so unglaublich gut (weil intuitiv bedienbar), dass nicht nur ich sondern angeblich rund 30 Mio andere Menschen diese Software nutzen bzw. heruntergeladen haben. Google hatte diese Software 2006 erworben, nun wechselt SketchUp zu Trimble.

Trimble plant gemeinsam mit Google das SketchUp Warehouse weiterzuentwickeln. Dort wurden und werden zahlreiche 3D Modelle von Anwendern hochgeladen – darunter auch jede Menge Gebäude.

Ich bin gespannt, was Google und Trimble noch zusammen machen…


Livehoods – was macht eine Nachbarschaft aus?

Im Oktober letztes Jahr hatte ich über mqvibe von MapQuest berichtet. Damit geht Mapquest einen neuen Weg, Nachbarschaften zu bewerten. Anwender können Lokale und Geschäfte bewerten, MapQuest berechnet einen eigenen mqVibe Score, der sich aus verschiedenen Kriterien zusammensetzt. Dabei werden Neighborhoods bewertet, die nicht an administrative Grenzen gebunden sind. MapQuest plant leider nicht, mqVibe nach Deutschland zu bringen.

Heute berichtet Heise von einem Forschungsprojekt in den USA: Livehood heisst es. Hier werden Daten aus FourSquare ausgewertet. Auch hier werden Gebiete ermittelt, die nicht unbedingt an administrative Grenzen gebunden sind.

So werden Social Media und deren Daten so genutzt, dass man daraus Erkenntnisse für die Stadtplanung gewinnen und umsetzen kann. Vielleicht sogar muss, weil sich sonst ein sich sebst verstärkender Effekt eintritt? Sehr spannend.


Stadtpläne online erstellen

Ich kann mich erinnern, wie wir vor einigen Jahren Software entwickelt haben, um Stadtpläne mit einem Strassenregister zu erstellen. Dann haben wir die Pläne ausgedruckt und von Hand sortiert. Damals haben Unternehmen für diese Dienstleistungen richtig viel Geld bezahlt. Müssen sie heute nicht mehr- dank MapOSmatic.

MapOSmatic ist ein webbasierter Dienst im Internet, der auf Basis von OSM Daten Pläne erstellt. Auf einer Seite, auf mehreren Seiten, ganz wie man will. Inklusive Strassenregister. Wer also Drucksachen mit Strassenplänen machen möchte und keine besonderen Ansprüche hat, ist hier richtig: Das Ergebnis gibts als PDF, PNG oder SVG.

Da die Lizenzbedingen von OSM zugrunde liegen, kann man die Pläne entsprechend  verwerten und kommerziell nutzen.


Google Maps API Geschäftsbedingungen

Auf dem Google Geo Developers Blog wurde einige Neuerungen der Geschäftsbedingungen zur Google Maps API beschrieben. Zum Einen wird die Deprecation Policy aktualisiert: Wenn die API durch eine neue Version ersetzt wird, wird die alte Version ab 2014 nur noch für ein Jahr unterstützt, nicht mehr wie bisher 3 Jahre.

Zum andern werden folgende Punkte erneuert:

  • Diejenigen APIs, die wie StreetView oder Places ohne Karte auskommen können, dürfen – wenn man denn ohne Karte nicht auskommt – nur GoogleMaps als Karte nutzen.
  • Dienste, die Adressen oder Brancheninfos anbieten, dürfen die Maps API nutzen, aber nicht die Google Brancheninfos.
  • Man darf Content, der durch die Maps API bereitgestellt wird, in einer eigenen API anbieten, quasi weiterverkaufen.
  • Es wird darauf hingewiesen, dass man die Einwilligung derjenigen benötigt, deren Position man geokodiert.

Kurzum: Google ganz oder gar nicht.


Deutschland macht OpenData

Nun also auch Deutschland: Laut Heise plant die Bundesregierung, bis 2013 zahlreiche Datensätze auf der Platform offenedaten.de zu veröffentlichen. Bereits heute sind dort diverse Geodatensätze verfügbar – so zum Beispiel die Standorte der Altglascontainer in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf – falls mal jemand z.B. in Freiburg eine leere Flasche Schultheiß findet. Berlin ist ja immer eine Reise wert…

Im Ernst: Es sollen zahlreiche weitere Datensätze dazukommen, geklärt werden soll jetzt die liznzrechtliche Situation. Dazu will das Fraunhofer Institut FOKUS die Studie “Open Government Data Deutschland” bis Jahresmitte vorlegen.

Ich bin gespannt, wie die Platform offenedaten.de die GDI Deutschland einbinden wird.


Krisenprojekte

Die Zeit, in der man Projekte von vornerherein mit ausreichend Zeit, Personal und damit letztlich Geld ausstatten konnte, nur weil man dem Auftraggeber oder Chef mal kurz “Toll Collect” sagte, die sind leider vorbei. Das Paradebeispiel ist aus unserer aller Erinnerung verschwunden bzw. verblasst und ähnlich prominente Nachfolger gibt’s nicht.

Der Zusammenhang zwischen großzügiger Austattung mit Zeit und Geld einerseits und der Chance ein Projekt erolgreich zu beenden, besteht nicht unbedingt – aber es war textlich mal eine halbwegs gute Einleitung.

Zur Sache: Was tun, wenn ein Projekt richtig in die … läuft?

Ein Buch das wirklich lesenswert ist, beschreibt wie man solche Situationen meistert und wie man sie vermeidet. Es handelt diverse Themen ab: Angefangen bei der Frage, was eigentlich eine Projektkrise ist über Vorgehenstipps zur Frage, was vertraglich geregelt werden kann und schließlich: Wie man Krisen von vorneherein vermiedet.

Zum Thema “meistern” die aus meiner Sicht wesentlichen Punkte (nicht nur aus dem Buch sondern aus meiner langjährigen und ereignisreichen (hüstel…) Erfahrung:

  • Der “Turnaround Manager” darf nicht der Projektleiter sein. Es muss eine Person aus dem Management mit entsprechenden Fähigkeiten und Kompetenzen sein. Am Besten fachfremd und ohne Bezug zum Projekt und Kunden. Seine eigenen Interessen stehen so in geringstmöglichem Widerspruch zum Projekterfolg.
  • Zuhören und kommunizieren: Oft menschelt es einfach und darunter leidet die für einen Projekterfolg notwendige Kommunikation. Zur Not Personen auch Mitarbeiter mit hoher fachlicher Qualifikation ersetzen. Das ist wie im Fussball: Die Stürmer müssen auch nach hinten arbeiten (nein, hier steht kein Phrasenschwein).
  • Das Projektziel bewusst machen und die Projektarbeiten daraufhin überprüfen und priorisieren.
  • Wenn man das Projekt mit Kennzahlen steuert: Die Kennzahlen auf die wesentlichen reduzieren – und die Konsequenzen aus den Kennzahlen ziehen.

Zum Thema “vermeiden”:

  • Die Ziele und die Anforderungen müssen klar sein, verbindlich vereinbart und dokumentiert sein.
  • Bei Projekten, die Neuland sind, eignen sich agile Methoden wie Scrum. Wenn man hiermit keine Erfahrung hat: Externe mit Erfahrung einbinden!
  • Die Kommunikation (wer mit wem, wie und wo dokumentiert) muss geregelt sein. Häufig wird Software eingesetzt, aber der Umgang ist nicht geregelt oder – wie ich es schon erlebt habe: Nicht alle Mitarbeiter sind darauf berechtigt.
  • Es gibt einen definieren Projektbeginn und ein definiertes Projektende.
  • Überlegen und definieren, wie man den Projektfortschritt zuverlässig misst.


CarbonSat: Überwachung der Klimaabkommen per Satellit

Es wurde bereits vor zwei Jahren darüber gesprochen und berichtet, ist jetzt aber wieder aktuell in der Presse: Die Überwachung von Klimaschutzabkommen per Satellit. Astrium soll nun den Carbonsat “definieren” – eine Entscheidung folgt dann 2013. Carbonsat wäre damit die achte Earth Explorer Mission der ESA – Missionsbeginn wäre 2017.

Unklar bleibt bislang, wie damit umgegangen wird, wenn man feststellt, dass einzelne Länder gegen die getroffenen Abkommen verstoßen. In jedem Fall dürfte es eine spannende Angelegenheit werden, die Messwerte des Satelliten so aufzubereiten (und mit anderen relevanten Daten zu verschneiden), dass sie als Entscheidungsgrundlage taugen.


GPS in Handies werden genauer

Laut Heise plant Broadcom einen Chip für Smartphones zu bauen, der eine Ortung ermöglicht, die auf einige Zentimeter genau ist.

Das wird ermöglicht, weil neben GPS Sensoren auch Daten von Kreiselinstrumenten, Beschleunigungssensoren, Schrittzählern und Höhenmessern und Bluetooth-Beacon-Signalen ausgewertet werden. Letzteres eröffnet auch neue Möglichkeiten in der Indoor Navigation, wie z.B. in Shopping Centern, Flughäfen etc. Die Anwendungsfälle sind vielfältig.


GfK WebShop

Über den GfK Webshop stieß ich heute, weil er nun auch in Englisch verfügbar ist.

Die GfK Geomarketing bietet hier Marktdaten und Landkarten an. Die Daten können einfach ausgewählt werden. Dann muss man noch angeben, wie viele Lizenzen man benötigt und gibt das gewünschte Datenformat an. Registrieren, bestellen, fertig. Die Daten kann man anschließend herunterladen oder aber man genießt die Vorfreude und wartet auf eine CD.

Unabhängig von den Daten, die die GfK liefert: Das Portal ist insofern interessant, als es Geodaten einfach auffindbar bereitstellt. Ohne dass man die Daten vorher in einem Kartenportal ansehen kann bzw. muss.


GIS in der SZ

Das ist in meinen Augen einer der besten Belege dafür, dass GIS inzwischen kein Nischendasein mehr führt: In der Süddeutschen Zeitung gibt es eine kleine Serie von erwähnenswerten, ungewöhnlichen Online Karten.

Bemerkenswert daran: Es werden Karten erwähnt, die nicht wirklich Wert stiften. GIS erscheint demnach als sinnloser Spass und der Wert unserer Arbeit wird nicht wirklich gewertschätzt. Schade. Insbesondere, wenn man auf der Seite der SZ mal den Suchbegriff “Geographische Informationssysteme” eingibt: Auch mit “f” statt “ph” kommen nur 5 Treffer.