Google Now – big brother?

In der Zeit, in der ich mich intensiv mit Geomarketing beschäftigt habe, war ich schon immer hin und hergerissen: Einerseits sind mit GIS und den richtigen Daten unglaublich coole Dinge möglich – anderseits ist das beängstigend nahe an dem Roman von George Orwell.

Und jetzt kommt Google. Mit Google Now. Google Now soll auf mobilen Geräten vorausahnen, welche Infos für den Anwender relevant sind. Die dafür benötigten Informationen gewinnt Google einerseits, indem die zuletzt besuchten Webseiten ausgewertet werden. So wird mir zum Beispiel der Spielstand der italienischen Nationalelf eingeblendet, wenn ich entsprechende Webseiten oft genug aufgerufen habe. Oder mich jemand ärgern will. Andererseits spielt hier der Ort natürlich eine wesentliche Rolle:

  • Wo befinde ich mich gerade (Wetterinfos oder kommerziell sinnvoller: Infos zu Geschäften in der Nähe).
  • Welche Strecke fahre ich regelmäßig (Verkehrsinfos oder kommerziell sinnvoller: Infos zu Geschäften entlang der Strecke)
  • Wo fahre ich im Sommer hin (Spanien, nicht Italien).

Also: Spannend und zugleich beängstigend…

Einen lesenswerten Artike dazu gibts bei Heise.


Google Maps Offline – erste Erfahrungen

Wohl in Erwartung der Apple Maps hatte Google angekündigt, Google Maps offline verfügbar zu machen.

Heise berichtet von den ersten Erfahrungen mit Googe Maps Offline. Das liest sich ein bisschen wie der Spielbericht des Halbfinals: Ernüchternd. Navigation geht nicht. Satellitendaten: Geht nicht. Taiwan geht nicht. Warum zum Teufel geht dann Italien?


TomTom MapShare

So, die EM ist jetzt vorbei, also wieder mehr Aktivität an dieser Stelle.

TomTom hat angeblich auf 60 Millionen Geräte im Markt, die neuerdings alle dazu dienen können, Mittels MapShare können die Anwender dieser Geräte tagesaktuelle Strassendaten hochlagen. Auf diesem Weg überlässt TomTom einige Arbeit der Datenerfassung seinen Kunden. Coole Idee und nicht wirklich neu. Aber nun auf eine breitere Basis gestellt. Siehe auch dieser Artike der connect.

Zur Frage, ob Updates zu neuen Mautstrecken in Deutschland für italienische Fernfahrer nicht verfügbar seien, war heute abend keine Stellungnahme bei TomTom zu bekommen.


ESRI Maps for Office

Laut ESRI sind die kommerziellen Bedingungen zu dem Thema noch nicht klar – man geht allerdings von einem transaktionsbasierten Lizenzmodell aus. Derweil gibt es hier erste Eindrücke, wie das Ganze ausschaut. ESRI spricht übrigens nicht von GIS sondern von Location Analytics…


Google Maps Coordinate: Außendienststeuerung

Hoppla: Google hat’s jetzt auch erfasst: Kilometer sind bares Geld. Ergo ist Kiometer sparen bares Geld sparen. OK, das ist jetzt etwas böse geschrieben von mir – also zu den Fakten: Google bringt Google Coordinates auf den Markt, ein Tool für’s Workforce Management, also die Außendienststeuerung.

Laut diesem Blog Eintrag von Google kann man mit Google Coordinate die aktuelle Position von Außendienstmitarbeitern anzeigen (da freut sich der Herr Schaar bestimmt ein Loch ins Knie), Daten aufzeichnen, Aufträge disponieren, die Auftragshistorie verwalten und einiges mehr.

Google Coordinate kostet ab 15 US Dollar pro Monat – so dieser Artikel. Völlig unklar ist mir bislang, inwieweit Google Coordinate essentielle Dinge wie Reihenfolgeoptmierung etc. beherrscht.


Google Maps werden günstiger

Der Preiskampf beginnt. Jetzt endgültig. Als Google Ende 2011 ankündigte, dass die Nutzung der Google Maps API Geld kosten würde, führte das zu einem enormen Aufschrei in der Gemeinde. Diverse Portalbetreiber wechselten zu OSM oder anderen Anbietern. Zuguterletzt kündigte Apple unlängst an, einen eigenen Kartendienst für iOS 6 anzubieten.

Als Reaktion – was sonst soll es sein – hat Google nun angekündigt, die Preise für die Nutzung der API zu senken. Laut Heise um bis zu 90%. Also: Der Preiskampf – und nicht nur der – beginnt…


Google Indoor Maps in der Schweiz

Im Dezember gab es bereits Berichte über Google Maps Indoors.

Als erstes Land in Europa startet Google Maps Indoor in der Schweiz. Dieser Artikel berichtet über die ersten Erfahrungen, die sich recht gut lesen. Die schweizerischen Media Märkte sind als Partner dabei, für die ersten Märkte sind bereits Daten verfügbar. Außerdem sind einige Einkaufszentren bereits online.

Warum eigentlich schon wieder die Schweizer? Wenn’s daran liegt, dass sie nicht auf der Euro mitkicken, dann müsste es das ja bald für ganz Holland geben. Sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen.


Apple Maps – Hintergründe

Vielleicht bedeutet die Entscheidung von Apple, eigene Karten zu erstellen, dass man bald nicht mehr “googelt” sondern “Siri fragt”. Das ist ein Grund, der in diesem Artikel angeführt wird, warum Apple nun eigene Karten macht.

Anscheinend trug es mobilen Markt nicht zu Apples Wohlbefinden bei, dass jeder Apple User mit dem Google Logo konfrontiert wurde, wenn er eine Karte betrachtete. Dazu ist der Hintergrund interessant, dass Karten nach iTunes das beliebteste Feature im iPhone sind: Im vergangenen Jahr haben die Anwender 35% mehr Zeit mit Karten verbracht als noch im Vorjahr (das wäre dann wohl das Vorvorjahr). Anscheinend bestand bei Apple die Sorge, dass die Anwender sich wegen der Google Karten auch mal ein Android Handy kaufen.

Mit dem Verlust der Apple Kunden verliert Google nicht nur Einnahmen zwischen 500 Mio und 1 Mrd US Dollar (da mir unklar ist, wie diese Werte ermittelt werden, bin ich skeptisch, aber es liest sich schon beachtlich) sondern auch einen wichtigen Einstiegspunkt: Anwender suchen Informationen zu ihrer Umgebung – die werden auch mit Werbemitteln finanziert. Sind diese Informationen weg, bricht auch das Geschäft um die lokale Suche ein. “Apple had to do something, since maps are the fundamental unit of a mobile Web.”


Kartografie 2.0 im Fernsehen

Nicht nur für Menschen, die von GIS keine oder wenig Ahnung haben interessant: Dieser Beitrag von ARTE taugt auch allen Profis, die sich schwertun, ihren Bekannten und Verwandten zu erklären, was wir machen (ich hab da alles richtig gemacht: Meine Tochter meinte heute zu mir, dass man als Geograph ja alles können müsse).
Also: Für alle, die nicht (mehr) selber erklären wollen: Einfach diesen Film anschauen. Und wers lieber in Deutsch mag: Unten rechts umschalten.


Die dritte Startbahn am Flughafen München

Die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte heute eine Karte, die das Meinungsbild zur dritten Startbahn am Münchner Flughafen darstellt.

Beeindruckend an dieser Karte finde ich, wie weit die Diskussion zu diesem Thema reicht: Das erinnert fast an die Diskussionen um die Startbahn West in den 80ern.