Amazon steigt ins Geo-Geschäft ein

Gerüchte gab es schon länger, z.B. als Amazon UpNext kaufte – das war anfang des Sommers. Nun verdichten sich die Gerüchte: Nächsten Donnerstag soll laut Reuters das neue Tablet von Amazon, Kindle, auf den Markt kommen. Dieses soll dann auch Geodienste enthalten – in diesem Fall basieren sie auf Navteq. Nachdem Apple seinen eigenen Kartendienst hat, der auf TomTom basiert, wird es nun spannend, wie sich Amazon durchsetzt: Angeblich ist heute jedes fünfte Tablet ein Kindle – sofern bei den Kindles, die heute am Markt sind, wirklich von Tablets vergleichbar zu Nexus oder iPad sprechen kann. Es wird also spannend, wie Amazon seine neuen Kindles dann an dem Markt bekommt.

Halten wir den aktuellen Spielstand kurz fest: Google begann mit Teleatlas, das dann von TomTom gekauft wurde und macht jetzt eigene Karten. Apple begann mit Google, macht jetzt eigene Karten auf Basis TomTom. Microsoft und Yahoo basieren auf Navteq. Der Markt bewegt sich – bin gespannt, ob und wie Facebook antwortet…


GIS ist von zentraler Bedeutung für Energieversorger

“Räumliche Daten liegen allem zu Grunde, was ein Energieversorger macht”. Das klingt fast so, als ob doch 80% aller Informationen einen Raumbezug hätten – zumindest bei Energieversorgern. Damit wird GIS das Bindeglied zwischen den unterschiedlichen Informationen und Systemen. In Zeiten von Smart Grid ist GIS damit attraktiver und notwendiger denn je.

Der Satz, der eingangs dieses Artikels steht, stammt von Pike Research. Dieses Unternehmen behauptet in dieser Pressemitteilung, dass bis zum Jahr 2017 die weltweiten Ausgaben der Energieversorger für GIS 3,7 Mrd. US $ erreichen werden – jährlich.


Stadtcharakterisierung auf Basis Street View

Was zeichnet eigentlich eine Stadt aus? Dieser Frage widmeten sich diverse Plattformen, zumeist nutzen sie soziale Kriterien.

Dieser Artikel berichtet von einem Forschungsprojekt, in dem Städte anhand ihres architektonischen Stadtbildes charakterisiert werden: Was macht eigentlich das Typische am Stadtbild einer Stadt aus? Dazu wurden Daten aus Google StreetView systematisch analysiert. Wer’s ausführlich mag, kann dieses Paper lesen, wer weniger viel lesen mag, schaut auf diese Seite. Ganz klcikfaule schauen sich dieses Video hier an:


Twitter Heatmaps

Ich steh ja auf Karten, die die Welt nicht braucht. Zum einen regen sie mich wider Erwarten dann doch immer dazu an, nachzudenken. Zum andern sind sie einfach schön.

Hier ist so eine Karte: Eine Karte, die zeigt, wo in den USA die Leute tweets mit “good morning” twittern und wo “fuck you”. Für die weniger anglophonen Leser: ersteres ist durchaus höflich, letzteres eher nicht so sehr. Das Ganze wird, wenn man auf den play Knopf klickt, im Tagesverlauf gezeigt. Man sieht im einen Fall förmlich die Sonne aufgehen (zumindest in einigen Teilen der USA) im anderen, wo sich der Tag ungünstig entwickelt.

Und jetzt stellt Euch mal vor, wie man auf diese Art und Weise Wahlkämpfe und andere Kampagnen analysieren und steuern kann.


 

Öffentliche Verkehrsmittel in Google Maps

Eigenen Angaben zufolge hat Google aktuell die Fahrpläne von rund 1 Mio. Haltestellen weltweit in knapp 500 Städten. In Deutschland liegen diese Informationen für folgende Städte vor:

  • Berlin
  • Dortmund
  • Duisburg
  • Düsseldorf
  • Essen
  • Frankfurt
  • Hamburg
  • Köln
  • München

Allerdings liegen die Infos (zumindest in Frankfurt und München) nicht für das Bus- und Straßenbahnnetz vor, sondern nur für die U-Bahnen und S-Bahnen. Auch liegen dann keine Fahrplaninfos vor, lediglich ein link auf die Fahrplanseiten des entsprechenden Verkehrsbetriebs.

Cooler finde ich da schon die Situation in London. Hier sind auch die Busse aufgenommen und mit dem Click auf die Haltestelle wird einem angezeigt wann die Busse in den nächsten Stunde fahren. Das ist dann schon deutlich schicker.


Schreiben

Wer kennt das nicht: Lastenhefte, Pflichtenhefte, technische Konzepte muss jeder von uns mal lesen. Und meistens ist das eine Qual. Da kommen dann Sätze vor wie: “Umzusetzen sind auf Basis veränderter Rahmenbedingungen, die, resultierend aus den neuen Rahmenrichtlinien und der sich daraus ergebenden Gesetzestexten, insbesondere §§ 1-17 sich neue Rahmenbedingungen, neue Anwendungen unerlässlich machen, die folgenden Anforderungen:…” Oder man liest Angebote oder technische Konzepte, mit ähnlichen Konstrukten – von Sätzen kann man ja nicht mehr sprechen. Dazu kommen dann in der Regel toxische Konzentrationen von falsch gesetzten Kommata (oder heisst das Kommas?) und ab und an auch Rechtschreibfehlern. Ich weiss, wer im Glashaus sitzt, soll nicht. Deswegen werf ich jetzt auch nur Wattebäusche und empfehle einfach mal dieses Buch: Wolf Schneider: Deutsch für’s Leben. 50 Regeln, jeweils kurz, prägnant, manchmal auch lesenswert polemisch. Einfach gut. Und akzeptiert nie wieder ein Anforderungsdokument, Angebot oder Konzept von einem, der das nicht gelesen hat und beherzigt.


Offene Daten

Unter offene-daten.de gibt es eine Liste der Seiten, die in Deutschland und in anderen Ländern offene Daten vorhalten und anbieten. Es besteht auch die Möglichkeit, auf weitere Seiten hinzuweisen, die dann evtl. aufgenommen werden. Das wird sicher spannend zu sehen, wie die Bundesbehörden ihre Linklisten harmonisieren…


Open Data: Die Unfallkarte von Köln

Mitten im Sommerloch bin ich über die Unfallkarte von Köln gestoßen. Hier sieht man, wo in den letzten 5 Jahren Verkehrsunfälle stattgefunden haben und bekommt auch einige Statistiken dazu. Selbstverständlich gibt es auch eine rege Diskussion im angehängten Blog, warum an diesen Unfallstellen nichts unternommen wurde, um diese zu entschärfen.

Am besten aber ist, dass auch die Rohdaten, die aus verschiedenen Datenquellen zusammengetragen wurden, im entsprechenden Blogeintrag verfügbar gemacht wurden.


GIS-TV

Da haben ein paar Leute (oder nur einer?) einen kleinen Fernsehkanal zum Thema Geoinformatik im Web gestartet: GeoBeatTV. Bislang gibt es noch nicht so viele Sendungen aber für’s erste ist das Ganze nicht schlecht gemacht.

Wenn das was wird, dann schreib ich nur das Fernsehprogramm.


Nicht ganz 80% aller Informationen haben einen Raumbezug

Die These, dass 80% aller Informationen einen Raumbezug haben, ist weit verbreitet, und wird in unserer Branche immer wieder gerne zitiert. Seit Ende 2011 haben Stefan Hahmann und Dirk Burghard am Institut für Kartographie an der TU Dresden diese These wissenschaftlich unter die Lupe genommen.

Stark vereinfacht gesagt, wurde anhand von Wikipedia Artikeln (die Informationen darstellen) untersucht, wie viele dieser Artikel einen direkten Raumbezug in Form von Koordinaten haben und wie weit die anderen davon weg sind. Zusätzlich wurde anhhand einer Befragung untersucht, inwieweit Probanden Informationen (Worte) mit einem Raumbezug in Verbindung brachten.

Ebenfalls stark vereinfacht ist das Ergebnis: “Nur” 57% der untersuchten Informationen haben einen (direkten) Raumbezug.

Bin gespannt, wann wir diese Zahl in den Werbeunterlagen sehen…

Wer’s weniger einfach sondern eher ausführlich mag: hier lesen! Es ist lesenswert.