2012 – ein Rückblick

So, langsam aber sicher wird es Weihnachten und dann auch 2013. Grund genug, einen kurzen Blick zurück auf das durchaus bewegte Jahr 2012 zu wagen.

Map Wars

Allein die Tatsache, dass von Map Wars gesprochen wird, stimmt mich für unsere Branche grundsätzlich optimistisch: Google, Apple, Microsoft und Amazon kämpfen mit Kartenapps und Geodaten um Endkunden. Apple hat sich blamiert, Google hat mit seiner neuen Preispolitik zahlreiche wichtige Kunden verprellt. GIS (oder vielleicht besser: Anwendungen mit Raumbezug) gewinnen an Bedeutung und Verbreitung!

Partnerschaften und Käufe

Freilich sind die Karten nur ein Teil im großen mobilen Geschäft – aber eben ein wichtiger, für den man sich mächtig ins Zeug legt. Daher wurden diverse Unternehmen  gekauft oder haben andere Unternehmen gekauft, um die Nase vor zu behalten oder nach vorne zu bekommen. ESRI – aus der „klassischen“ GIS Ecke kommend, kämpft um seine B2B und B2G Kunden und versucht gleichzeitig, einen Fuß ins B2C Geschäft zu bekommen – z.B. mit der Akquisition von Geoloqui. Derweil macht es Google umgekehrt und versucht auch im Bereich Geo mal in den B2B Bereich zu kommen – mit Google Coordinate. Auf der anderen Seite vereinbaren Autodesk und MapInfo eine Partnerschaft und Hexagon bedient mit den Lösungen von Intergraph, Leica und Erdas ganze Prozessketten. Der Markt sortiert sich gerade: Die einen suchen sich Nischen, aus denen andere sie zu vertreiben suchen, wieder andere verlassen ihre Nisschen.

Technologie

Das Thema, das ich am spannendsten finde, scheint an (weiten Teilen) der („klassischen“) Branche vorbei zu ziehen: Die IT ändert sich massiv: Die seit gefühlten hundert Jahren unveränderte Kommunikation mit dem Computer ausschließlich über die  Tastatur wird enden. Smartphones, Google Glasses oder Apples Siri: IT und wie wir damit arbeiten, ändert sich rasant. Die Geschwindkeit, mit der sich Technologien in der mobilen Welt verändern, ist ebenfalls rasant. Big Data ist eines der Hype Themen in der IT und wird an GIS nicht einfach vorbeigehen, die Cloud gewinnt immer mehr an Bedeutung. GIS Unternehmen sprechen immer noch und mehr davon, dass man GIS in komplexe Lösungen integrieren müsse – hinter dieser Aussagen stecken allerdings zahlrieche unterschiedliche Vorstellungen.

Open Data

Zahlreiche Initiativen fördern offene Daten, so auch die europäische und die deutsche Verwaltung. Auch das wird dazu führen, dass GIS sich immer stärker durchsetzen wird.

Ich bin sicher, dass sich der Markt in den nächsten zwei Jahren ordentlich umdrehen und vor allem konsolidieren wird: Zahreiche hippe Startups werden verschwinden, weil sie eben nicht mehr als Hip sind – mit Gück werden sie gekauft. Der ein oder andere etablierte Anbieter wird – schwupps – verschwinden. Bin gespannt, wer das sein wird.

Allen Lesern friedlliche Feiertage und einen guten Start in ein hoffentlich gesundes und erfolgreiches Jahr 2013!


Der Papst twittert

Ja, auch der Papst twittert jetzt. Warum er (@pontifex in sieben Sprachen) sich auf dieses weltliche Medium einlässt, führt zu Ausführungen, die an dieser Stelle nichts zu suchen haben. Nur soviel: nach wenigen Tagen hat er bereits fast eine Million Follower. Respekt.

Und ich würde hier ja nicht drüber schreiben, wenn es nicht was GIS Relevantes dazu zu lesen gäbe. Also hier lesen, woher seine Follower kommen und wo über den Pontifex getwittert wird.


Amazon Maps API

Im August wurde es angekündigt, dann kam das Beta, nun ist die Amazon Maps API verfügbar. In echt. Und es heisst Amazon Maps und nicht Kindle Maps.

Mit der API kann man Karten in eigene Apps einbinden oder auch eigene Layer auf Karten „pinseln“.

Wer das SDK runterlädt, kann sich gleich einen Account erstellen und dann – nachdem sie freigegeben wurden – Apps bei Amazon verkaufen.


80% der Daten haben Raumbezug: Die Quelle

Die These, dass 80% aller Daten einen Raumbezug hätten, wird ja seit langer Zeit immer wieder zitiert (z.B. von MapInfo), wurde unlängst wissenschaftlich widerlegt – aber was immer noch fehlt (mir jedenfalls): Die Quelle dieser Aussage.

Professor Seuß in Darmstadt erwähnte im Rahmen eines Vortrags vor einigen Jahren, dass es sich hierbei um eine Aussage zu kommunalen Daten in Nordamerika handele. Ich habe da nie weiter geforscht, aber nun einen Artikel gedunden, in dem diese Nachforschung (man könnte hier ja schon fast von Ahnenforschung sprechen) vorgenommen wurde.

Das ist mal wieder ein Artikel, der sich richtig schön liest, fast ein bisschen wie ein Krimi. Das Ergebnis in Kürze: Die Zahl geht auf einen Artikel aus dem Jahr 1987 zurück, der online allerdings nicht verfügbar ist. Allerdings gibt es keine Quelle in diesem Artikel. Der Autor vermutet daher, dass die Begründer des Projekts, in dessen Zusammenhang der genannte Artikel entstand, die Zahl „erfunden“ haben könnten. Ein bisschen bleibt es also wie beim Yeti – unscharfe Bilder…


Facebook Freunde auf der Karte

Was ich für Twitter schon längst gefunden hatte (siehe auch hier), habe ich für Facebook bislang vermisst. MapSocial stellt nun endlich Facebook Freunde auf einer Karte dar. Da mein Facebook Account seit langer Zeit nicht mehr in Gebrauch ist, musste ich also erst einmal suchen, bis ich den wieder nutzen konnte.

Die MapSocial App basiert auf OSM Daten, ist noch im Beta und funktioniert leider arg hakelig. Zusätzlich kann man damit auch einfach Fotos oder Kommentare auf Karten platzieren,  und die Bedienung ist einfach: Im Facebook AppCenter MapSocial auswählen, Friendmap erzeugen und dann die Freunde importieren. Ein wenig Hand ans Layout legen (kann man laut Beschreibung, ich konnte das allerdings nicht) und fertig ist die Karte.

Quelle: Facebook, Map Social App; irgendein Facebook Account

Für all diejenigen, die Social Media Marketing betreiben, aus meiner Sicht komplett unverzichtbar. ich bin gespannt, wann der logische nächste Schritt dann möglich ist: Verschneiden dieser Infos mit Daten der Marktforschung…


Wie Google Karten macht

Manchmal finde ich Artikel im Netz, die ich am liebsten komplett wiedergeben möchte. Das hier ist so einer: „How Google Builds its Maps„. Der Artikel ist deswegen lesenswert, weil er tatsächlich beschreibt, wie bei Google Karten erstellt werden, indem Luftbilder, StreetView Daten und von Anwendern gemeldete Fehler verarbeitet werden. Das ist sicher keine vollständige Beschreibung, dennoch lesenswert. Insbesondere der Punkt, an dem dann überlegt wird, wohin das alles eines Tages führen wird: „In 50 years, Google will be the self-driving car company (powered by this deep map of the world) and, oh, P.S. they still have a search engine somewhere.“

Das würde den ein oder anderen GIS Anbieter sicher freuen, wenn’s wirklich so wäre. Jetzt ist eine Woche Funkstille, Urlaub!


Google aktualisiert Suchalgorithmus

Google hat unlängst ein update namens Venice ausgerollt. Dabei wird der Ort des Suchenden bereits berücksichtigt, wenn in der Suchanfrage kein Ort erwähnt wird. Für den Anwender sichtbar ist das im Google Fenster unten links . dort wird der Standort angegeben. Ermittelt wird der Standort aufgrund der IP Adresse des Suchenden sowie – angeblich – weiterer Informationen, die Google in eigenen Datenbanken vorhält.

Geoinformationen, wo man hinschaut…

weitere Informationen, wenn man hinschaut:


Die Temperatur der Erde in den letzten 250 Jahren

Es gibt ja noch immer einige Menschen, die der Meinung sind, Global Warming existiere nicht. In diesem Sommer kann man das auch durchaus nachvollziehen. Wer’s aber mal mit Daten und ggfs. auch regional auf einer Karte sehen will, schaut einfach mal auf die Seite in Berkeley – berkeleyearth.org. Dort wurden Daten zusammengetragen, bereinigt und ausgewertet, die eine Aussage zu diesem Thema ermöglichen. Und: Die Daten kann man auch runterladen und selber damit spielen oder eben was sinnvolles machen.


GIS und Social Media

So langsam muss ich mit dem Thema ja mal loslegen, sonst ist der Juni rum und zum Thema gab es nichts Neues – jedenfalls nicht von mir.

Also: Stellen wir uns mal ganz dumm und fragen: Was ist eigentlich Social Media (was GIS ist, muss ich hier wohl nicht mehr fragen, hier der letzte Stand der Diskussion in diesem Blog). Mein Brockhaus von 1985 gibt da nichts her, also Wikipedia: „Social Media […] bezeichnen digitale Medien und Technologien […], die es Nutzern ermöglichen, sich untereinander auszutauschen und mediale Inhalte einzeln oder in Gemeinschaft zu gestalten.“ Die Definition geht dann noch etwas weiter und beschreibt, dass Social Media „den Benutzer von einem Konsumenten zu einem Produzenten entwickeln“ sollen.

Ist GIS dann nicht per se Social Media? Auf Open Street Map (oder andere Crowd Sourcing Projekte) und Geodateninfrastrukturen (weniger bezogen auf Personen, eher Institutionen) trifft diese Definition eindeutig zu.

Also weiter – ein paar Kriterien, die auf Social Media zutreffen:

  • Reichweite: Global
  • Mulitmedia: Bilder (auch bewegt), Ton und Text
  • Zugang: Hat grundsätzlich jedermann
  • Aktualität: Infos werden ohne Zeitverzug veröffentlicht

Spätestens mit dem Aufkommen der Internet Map Server treffen diese Kriterien auf GIS zu. Den Zugang (insbesondere den produzierenden) hat „jedermann“ erst mit Google Maps erhalten, aber jetzt ist der auch da.

Ist GIS also Social Media? Na ja, ein Argument spricht dagegen: Angeblich zeigen Menschen über 35 den sozialen Medien gegenüber deutlich weniger Akzeptanz, als Menschen, die jünger sind als 35. Das kann man von GIS sicher nicht behaupten…


Eigene Luftbilder machen

Gestern zum Vatertag war ich zwar schon ziemlich der Scheff, als ich die Grillglut mit meinem ferngesteuerten Hubschrauber angefacht habe. Aber hiermit wäre ich wohl noch besser weggekommen – das hebe ich mir dann halt für’s nächste Jahr auf.

Zu den sinnhaften Hintergründen dieser Seite werde ich nach meinem Urlaub berichten. Bin jetzt erstmal weg.