Open Geodata in Europa

Ich habe gerade einen sehr interessanten Vortrag zum Thema OpenData gehört, den ich eigentlich nicht zusammenfassen muss, weil das ist in dem Video hier unten eigentlich schon geschehen.

Marc de Vries spricht von drei Phasen beim Openmachen von Daten:

sewing phase: der Aufwand bei der Behörde ist hoch, der Preis ist Null und der Bedarf steigt langsam an

growing Phase: es werden Umsätze mit den Daten erzeugt, z.B. durch Diesntleistungen, Sekundärprodukte etc.

harvesting Phase: es sind zusätzliche Arbeitsplätze entstanden, die dem Staat zusätzliche Einnahmen bescheren. Dazu gab es ein paar konkrete Rechenbeispiele, die ich (sofern ich die bekomme) hier posten werde.


Der Puls der Stadt

FourSquare hat auf YouTube ein paar sehenswerte Videos veröffentlicht, die unter dem Namen Foursquare Check-ins show the pulse of… Dabei wird der Verlauf der Check-ins im Zeitverlauf gezeigt. Am Farbverlauf kann man erkennen, um welche Art von Location es sich handelt: z.B. Residential, Professional, Travel&Transport etc.

Bereits im Mai 2011 hat das Wall Street Journal einen ausführlichen Vergleich von New York und San Francisco veröffentlicht, der einzig auf Foursquare Daten beruht.

Der Wert dieser Daten – vor allem in Kombination mit anderen Informationen – wird für die Raum- und Stadtplanung in Zukunft sicher immer wichtiger…


Berliner Geodaten frei verfügbar

Diese Nachricht verbreitete sich in den letzten Tagen rasend und weitgehend mit positiver Resonanz im Netz: Das Land Berlin stellt seine Geodaten zur freien Nutzung für kommerzielle und nicht-kommerzielle Zwecke frei.

In den Nutzungsbedingungen steht:

Geodaten und Geodatendienste, einschließlich zugehöriger Metadaten, werden für alle derzeit bekannten sowie für alle zukünftig bekannten Zwecke kommerzieller und nicht kommerzieller Nutzung geldleistungsfrei zur Verfügung gestellt, soweit durch besondere Rechtsvorschrift nichts anderes bestimmt ist oder vertragliche oder gesetzliche Rechte Dritter dem nicht entgegenstehen.

Bleibt die Frage: Warum? Dazu gibt es auf Wikimedia einen interessanten Beitrag, mit folgender Info: Berlin hat in den Jahren 2010 und 2011 jeweils gut eine Mio. Euro mit der „entgeltlichen Bereitstellung“ erwirtschaftet. Nicht wirklich viel. Aber die Einnahmen, die sich aus anderen Datensätzen ergaben, sind noch bescheidener: 197,23 Euro…


Postleitzahlen und GIS

Nicht nur wer im Geomarketing tätig ist, weiß, dass man mit Postleitzahlgebieten recht einfach und preiswert Karten erstellen kann, die für ziemlich viele Anwendungsfälle mindestens ausreichend sind. Die Deutsche Post bietet entsprechende Dienstleistungen selbst (über entsprechende Partner) an.

Umso erstaunlicher ist dieser Artikel über den US Postal Service: Dort überlegt man im Jahr 2013, ob und wie man die amerikanischen ZIP Codes überhaupt für ein GIS verfügbar macht. Bislang sei die Datenbank aller Adressen und Zustellpunkte noch nicht geokodiert. Entsprechend ist man sich dort bewusst: “the Postal Service is a slow and accidental innovator”.

Tatsächlich gibt es fünfstellige ZIP Code Daten zum Download beim US Census Bureau (als Teil der Tiger Files). Aber: Das sind Punkte oder Routen (also Linien). Als Polygone scheint es diese Daten nur von privaten Anbietern zu geben…

Und ich dachte, das hier wäre eine unglaubliche Geschichte…


Google Maps nun mit Werbung

Ob das einen ähnlichen Shitstorm auslösen wird, wie seinerzeit die Nachricht, dass Google von großen Maps Kunden Geld verlangt? Es würde mich wundern, wenn nicht.

Heise berichtet heute, dass Google beschlossen hat, „seine kostenlosen Karten-Apps für iOS und Android ab sofort durch Reklame finanzieren.“ Dabei sollen „relevante“ Anzeigen erscheinen, die in Zusammenhang zur Suchanfrage stehen. Klickt der Anwender auf die Anzeige, so erhält er weitere Informationen, wie die Route dorthin oder weitere, vom Inserenten definierte Infos. Die Clicks kosten dann und werden – wie auch bei AdWords – dem Inserenten berechnet.

Screenshots und Infos aus erster – Googles – Hand findet Ihr hier. Und, was meint Ihr – wie werden die Anwender reagieren?


 

Bundestagswahl

Demnächst sind wieder Bundestagswahlen. Der Bundeswahlleiter – gleichzeitig der Präsident des statistischen Bundesamts – hat verschiedene Auflistungen der Wahlkreise veröffentlicht. Darunter befinden sich auch brauchbare Geodaten in Gestalt von Shape Files in verschiedenen Bezugssystemen.

Damit Ihr auch ein paar Ideen bekommt, was man mit diesen Wahlkreisdaten machen kann, schaut mal in den Wahlkreis Atlas bei der Süddeutschen Zeitung rein. Dort sind die Ergebniss der Bundestagswahl 2009 kartographische aufbereitet – in einer brauchbaren Webkarte.

In diesem Zusammenhang noch eine Bitte – Geht wählen. Wenn es Euch stinkt: Wählt ungültig oder gebt einen leeren Stimmzettel ab. Nur abgegebene Stimmen verhindern, dass Minderheiten eine Stimme bekommen, die unverhältnismäßig vernehmbar wird. Eine hohe Wahlbeteiligung mit vielen Enthaltungen ist auch ein Signal!


Prism, Snowden und – GIS

Datenschutz und Privatsphäre – das sind Themen, die auch hier bereits angerissen wurden. Dieser Artikel beschreibt auf hervorragende Art und Weise warum den meisten Deutschen zu Datenschutz ein Verhältnis haben, dass andere Nationen nur mit Mühe verstehen: Seit 1933 (sprich in den letzten 80 Jahren) gab es zwei totalitäre deutsche Regimes, die auf Denunziation, Misstrauen und Überwachung gründeten (die ich beide zum Glück nicht selbst erfahren habe).

Nun also Prism und Snowden. Und GIS. Was man mit Daten anstellen kann, sollte die Leser dieses Blogs eigentlich nicht überraschen, aber eindrucksvoll ist dieses Beispiel von Malte Spitz dennoch: Die Verbindungsdaten seines Mobiltelefons verbunden mit Twitter Feeds zeichnen für ein halbes Jahr ein enorm genaues Bild – was die Kollegen der Zeit übrigens wirklich gut umgesetzt haben.

Traurig, dass auch diese Geheimdienstaktivitäten keine hundertprozentige Sicherheit bieten: In Boston konnten dennoch zwei Bomben explodieren. Dass die Täter dann recht schnell identifiziert waren, war wiederum eindrucksvoll und ist sicher auch auf entsprechende Datenmengen und Rechenleitungen zurückzuführen. Und: Wie viele Anschläge dadurch verhindert wurden, ist unbekannt. Genauso wenig ist bekannt, gegen wie viele Leute aufgrund geheimdienstlicher „Erkenntnisse“ zu Unrecht ermittelt wurde.

Diesem Artikel zufolge pflegte Snowden übrigens bereits vor seinem Dienstantritt bei der NSA Kontakte zu Wikileaks Unterstützern – und er bekam den Job dennoch. Was also taugt diese Datensammelwut?


Das neue Google Maps

Dass Google einen Relaunch von Google Maps plant, hatte ich ja bereits berichtet. Da es die Möglihkeit gibt, sich das Ganze vorab anzusehen, musste ich das natürlich vorab ausprobieren. Also los.

Dass ich meine Hardware mal erneuern müsste, ist mir schon lange klar. Also bin ich nicht wirklich überrascht, dass ich zuerst darüber informiert werde, dass ich einen aktuellen Browser brauche. Aber – und das freut mich: Ich kann es auch mit meinem „alten“ Browser Firefox 16 nutzen. Bei IE 9 gibt’s diese Option übrigens nicht…

Offensichtlich wird sofort, dass die Google Maps teilweise ganz anderes Look&Feel erhalten hat: Die Sucheingabe ist nicht mehr links sondern über der Karte. Kein Zoombalken mehr links, sondern kleine Schaltflächen rechts. So wurde Einiges verändert, aber das ist kein Problem, intuitiv ist es immer noch. Allerdings: Die Einfachheit, die Google Maps so erfolgreich gemacht hat, scheint am Ende zu sein. Überladen ist Google Maps noch nicht, aber nah dran.

Die Suche wurde überarbeitet: Ergebnisse werden nicht mehr tabellarisch links aufgelistet sondern in der Karte in verschiedenen Symbolen. Beim Klick auf das Symbol werden weitere Details angezeigt, und wenn man sich Erfahrungsberichte anschauen will, wird man zu Google+ weitergeleitet. Was passiert, wenn man kein Google+ Konto hat, bleibt abzuwarten. Direkt in der Karte kann man Suchergebnisse auch nach seinen Google+ Kreisen filtern.

In der Vergangenheit war es Geschäftsinhabern möglich, Webseiten so zu optimieren, dass sie (auch bei Google Maps) weit oben in der Ergebnisliste erscheinen. Inwieweit das neue Google Maps Seitenoptimierungen notwendig macht, bleibt abzuwarten.

Der erste Eindruck: Eine runde Sache für die Anwender und einige Punkte im Kampf gegen Facebook. Weitere Eindrücke in Kürze.


Google Maps Relaunch

Google plant einen Relaunch von Google Maps. Der Relaunch ist für diesen oder nächsten Monat geplant, allerdings kann man sich vorher schon in einem Video anschauen, wie das neue Google Maps aussehen wird.

Was man in diesem Video sieht, gefällt: Da hat sich jemand Gedanken darüber gemacht, wie wir uns orientieren und das in einer Karte/Software umgesetzt. Außerdem ist die Integration von Google Earth und Street View echt schick. Allerdings bin ich sehr gespannt, was für einen Browser und was für eine Hardware man dafür braucht.

Ausserdem kann man sich um eine „Einladung“ bewerben, um vorab einen Zugang dazu zu bekommen.


11 deutsche Städte haben ein Open Data Portal

behauptet jedenfalls die Zeit. Und liefert gleich eine gelungene Karte dazu. Hoffentlich bleibt die nicht ganz so übersichtlich.

In dem Zusammenhang hab ich mal wieder bei GovData vorbeigeschaut (ich hatte ja schon mal darüber berichtet) und – bin überrascht worden. Diverse Datensätze des BKG sind dort veröffentlicht und verfügbar: Als WebService und als Shape-Datei. Eine schönere Übersicht gibt es aber beim Geodatenzentrum des BKG. Glückwunsch ans BKG – geht doch!