GIS Trends 2017

Die Verfasser dieses Artikels haben nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Rückmeldungen aus einer eigenen Umfrage ausgewertet, die dazu diente, die aktuellen Trends unserer GIS Branche zu erfragen.

Ein echter Trend: UAVs, Unmanned Aerial Vehicles oder auch: Drohnen.  Ich habe vor einigen Jahren noch spöttisch darüber geschrieben, heute geht ohne Drohnen fast nichts mehr. Damit verbunden sind natürlich die entsprechenden Sensoren sowie Software, die die aufgenommenen Daten prozessiert.

Ernüchternd: Online GIS hat noch längst keine Durchdringung, wie ich das vermutet hätte: Lediglich 5% der Befragten gaben an, „komplett“ umgestiegen zu sein, 75% der Befragten arbeiten noch immer mit Desktop GIS Anwendungen. Da diese Umfrage von einem GIS Magazin durchgeführt wurde, kann es freilich sein, dass SaaS Plattformen eine höhere Marktdurchdringung haben, insbesondere in den weniger klassischen GIS Branchen.

Einfluss auf die GIS Branche werden demzufolge auch Technologien wie Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR), Internet der Dinge (IoT), und natürlich autonomes Fahren haben.

 

Wohin geht’s mit GIS?

Ein Thema, das mich seit einiger Zeit beschäftigt, wurde gerade in den USA diskutiert: Wo geht’s eigentlich mit GIS hin? Teilt sich die GIS Welt in eine „neue“ und eine „alte“?

Die „alte“, die „traditionelle“ GIS Welt: Ich hab mich oft gewundert, warum es so viele altbackene Traditionalisten gibt, die an überkommenen Ideen und Geschäftsmodellen festhalten – und neue Ideen und Geschäftsfelder ignorieren.

Andererseits: Die „moderne“ Welt mit Maps, Social Media und Apps. Lauter neue Datenquellen und neuen Geschäftsideen. Ist das GIS?

Ist es vielleicht einfach nur so, dass die „alten GIS Hasen“ nun feststellen, dass immer mehr Menschen in GIS machen, ohne den traditionellen Geo-Hintergrund? Und dass die Diskussion völlig überflüssig ist und nur deswegen geführt wird, weil die alten GIS Hasen sich also bedroht sehen?

Was meint Ihr?

Von der Topographie zur Typographie

Mal wieder etwas Schönes, Originelles, Spannendes: Ein Kickstarter Projekt namens Aerial Bold. Oder für alle, die Textverarbeitung nur in Deutsch kennen: Statt Arial Fett Aerial Fett, also eine Schriftart, die aus Luftbildern (Aerial Photography) gewonnen wird. Eine neue Schriftart also, die man in der Textverarbeitungssoftware nutzen kann. Für diejenigen, die an Fernerkundung und Mustererkennung interessiert sind, sicherlich ein sehr spannendes Thema.

Noch gibt’s das aber nicht. Damit das Ganze zum Fliegen kommt (unbeabsichtigtes Wortspiel), braucht es noch ein wenig Startkapital. Also ab zu Kickstarter und das Ganze mit ein paar Dollar unterstützen.

Nokia Here für Android und iOS

Die Nokia Here Apps waren ein, wenn nicht das Argument, warum ich mir vor einiger Zeit ein Windows Phone gekauft habe. Dass Microsoft und Nokia nicht mehr nur glücklich in ihrer Ehe sind, hatte ich schon mal gehört, aber verfolgt habe ich das nicht (was sich ja auch in der „Auszeit“ von orgismus bemerkbar machte). Nun verkündete Nokia eine Kooperation mit Samsung, die den Beginn der Here Apps für Android markieren soll. Auch für iOS sollen die Here Apps (wieder) kommen, für Microsoft werden sie zumindest weiterhin gewartet. Allerdings habe man die Android Version komplett und von Grund auf neu entwickelt, so dass eine Windows Version auch recht einfach kompiliert werden könne.

Zunächst soll die Android Version exklusiv auf Samsung Devices (Galaxy sowie der Smart Watch Gear S) laufen.

Ein ausführlicher Artikel zu dem Thema findet sich hier: Dort wird auch die Historie der Nokia Kartendienste kurz aber gut beschrieben.

Der Ball rollt wieder

Bereits vier Spieltage absolviert (in der ersten Liga) und der FSV Mainz 05 steht an Platz zwei, nachdem er sich auch früh aus zwei Wettbewerben verabschiedet hat. Da stellt sich doch gleich mal die Frage, was das denn nun mit GIS zu tun hat. Nix. Ganz einfach.

Aber irgendwie musste ich ja zu dieser Karte überleiten: Eine Karte, die die Verteilung der Mitglieder der Bundesligaclubs zeigt. Korrekter: der Herren Fussballbundesligaclubs. Leider ist diese Karte bzw. die Datengrundlage noch nicht vollständig, trotzdem ist das interessant anzusehen.

Interessant daran finde ich persönlich, dass ein Komilitone von mir eine ähnliche Karte bereits in den 90ern erstellt hatte. Damals freilich nur für den Bundesligisten seines Herzens. Aber der hatte mächtig Interesse daran, zu erfahren, wie denn die Fanclubs verteilt sind. Da war Geomarketing halt noch richtig revolutionär. So wie der FSV Mainz 05 immer noch der beste Club in der Liga ist.

Parklücken in London

Die Suche nach Parklücken ist für jeden Autofahrer nervig, kostet Zeit, erhöht den Abgasausstoß, erhöht die Anzahl der fahrenden Autos (die eigentlich parken wollen), kurzum: Die Suche nach Parklücken ist die Pest.

Es gibt verschiedene Ansätze, wie man diese Suche minimieren kann – von einem deutschen Projekt wurde hier auch schon berichtet. In London (wo meiner Erinnerung nach Autos nicht fahren, sondern überall nur rumstehen, weil nichts vorwärts geht) werden nun Sensoren in der Stadt eingebaut, die erkennen, ob ein Parkplatz frei ist oder nicht. Dazu gibt es dann eine App, mit deren Hilfe man diese Parklücken auch finden kann.

Hochauflösende Daten aus dem All

In einem der letzten Beiträge steht, dass das Angebot an Rasterdaten immer größer werden wird, vor allem weil die Befliegungen mit Drohnen immer einfacher werden. Nun bin ich (dank @GIS_ELSE) auf zwei Unternehmen gestoßen, die eigene Rasterdaten aus dem All bereitstellen (wollen). Dazu bauen beide selber Satelliten und schießen sie ins All.

Skybox bietet einerseits hochauflösende (farbige) Luftbilder und Videos an. Man kann aber auch Zeiten der Satelliten mieten, um Daten für spezifische Regionen zu erhalten – man beauftragt quasi seine eigene Satellitenbefliegung. Wie solche Videos aussehen, zeigt Skybox auf YouTube:

Eine Regel der Marktwirtschaft besagt, dass es in lukrativen Märkten auch immer Wettbewerb gibt. Dass es hier bereits einen ebenso aktiven Wettbewerber gibt, zeugt davon, dass diesem Markt ein erhebliches Potenzial eingeräumt wird.

Planet Lab (früher Cosmogia) stellt ebenfalls eigene Nanosatelliten her, allerdings scheinen die Bilder dieses Unternehmens nicht so hochauflösend zu sein.

Bilig ist das Ganze freilich nicht zu machen; beide Unternehmen sind auf Investitionen im mehrstelligen Millionenbereich angewiesen. Aber: Sie bekommen diese.


Nokia Here nicht mehr für iOS

Laut Indian Express (nee, von dieser Zeitung hab ich bislang auch noch nichs gehört) hat Nokia seine Here App zum Jahresende aus dem Apple AppStore entfernt. iOS User können nun nur noch den Webdienst nutzen.

Als Grund hierfür wird angeführt, dass es mit iOS 7 Probleme gab: „We have made the decision to remove our HERE Maps app from the Apple App Store because recent changes to iOS 7 harm the user experience.“

Allerdings scheint das nicht der einzige Grund gewesen zu sein: Nach dieser Quelle sind die Nutzer- und Zugriffszahen mit iOS Usern deutlich hinter den Erwartungen geblieben.

Dazu kommt sicherlich, dass Maps ein häufig genutztes Feature auf mobilen Geräten sind – die enge Kooperation zwischen Microsoft und Nokia legt nahe, dass man hier einen Vorteil gegenüber Apple sieht.


Was 2014 in Sachen GIS wichtig wird

So, das neue Jahr hat begonnen, meinen ersten Arbeitstag habe ich hinter mir, nun also die Prognose, was 2014 in Sachen GIS bringen wird. Die kommt freilich nicht von mir selbst sondern wurde von ein paar Kollegen erstellt. Die haben dafür verschiedene Menschen aus der Branche befragt, ich fasse das Ganze mal kurz zusammen:

WebMaps werden immer stärker zunehmen – weil die Erstellung von WebKarten überall einfacher werden wird. Für diejenigen, die immer noch programmieren: Java Script wird an Einfluss gewinnen.

OpenSource Software wird stärker und die Anzahl der „gemischten“ Installationen (bestehend aus kommerziellen Anbietern – wie Esri – und OS) wird zunehmen. Insbesondere die „klammen“ Behörden werden sich zunehmend OpenGeo zuwenden.

Es wird zunehmende Rasterdatenangebote und -anbieter geben. Grund: immer einfachere Möglichkeiten, Befliegungen mit preiswerten Drohnen durchzuführen. Entsprechend werden auch die Angebote für Rasterdatenanalyse zunehmen. 3D Visualisierung und -modellierung wird zunehmen.

Apps werden sich nicht mehr nur darauf beschränken, einen Punkt auf der Karte zu zeigen. Auf Basis der Location werden immer mehr Apps wirklich Aktionen auslösen – welcher Art auch immer. LBS kommt rund 15 Jahre nach dem ersten Hype nun doch.

Außerdem wird Indoor Navigation einen Boom erleben, weil es zahlreiche Unternehmen gibt, die auf diesen Zug aufspringen.

Wer auf diesen Artikel hin eine Wette verliert, dem sei hiermit gesagt, dass ich dafür nicht gerade stehe.