Big Data – und bad reality

Dieser Artikel hat nur am Rande mit Geodaten zu tun. Der Artikel, auf den ich hier hinweise hat genau genommen nur so viel mit GIS zu tun, dass das Wort „Karte“ einmal darin vorkommt. Aber – und das ist interessant: Dass GIS gar nicht mehr explizit erwähnt wird, zeigt auch um so mehr, dass GIS inzwischen nichts besonderes mehr ist – oder sein muss. Oder wie ein Kollege von mir das unlängst formulierte: „GIS ist doch nichts anderes als Big Data“…

Zum Artikel: Er hat den netten Namen „Ich habe nur gezeigt dass es die Bombe gibt“ und beschreibt – in einem Satz zusammengefasst, wie altertümlich die Social Media Kampagne von Hillary Clinton sich im Gegensatz zu der von Donald Trump ausnimmt. So wird dann im Nachhinein auch klar, warum Donald Trumps Wahlkampf so bescheiden wirkte – finanziell wie auch bezogen auf seine Reisetätigkeit…

Seriös?

Refugee and Migrant Crime Map ist eine Seite (übrigens ohne Impressum), von Menschen, „die sich erhebliche Sorgen um die Sicherheit ihrer selbst und ihrer Angehörigen machen.“ Ziel der Macher „ist es nicht, Menschen zu diffamieren oder zu beleidigen.“ Vielmehr geht es darum, „Straftaten, die durch Migranten und Flüchtlinge verübt werden, umfassend dokumentieren“, und über das  „tatsächliche Ausmaß der zunehmenden Gewalt und Kriminalität durch Migranten aufzuklären“.

Nun, ich hab mir die Seite kurz angeschaut und bin prompt auf den Fall im Screenshot gestoßen. Dass Schwarzfahrer automatisch Migranten seien, fand ich merkwürdig.

Dann habe ich mir die Details angeschaut: Dort steht im Polizeibericht der Bundespolizei, dass es sich um einen „südländisch aussehenden“ Mann handelt. Weitere Informationen, die darauf schließen lassen, dass es sich um einen Flüchtling oder Migrant handelt… gibt es nicht.

Unter der Rubrik „Fahndung“ findet man dann ein Foto eines 15-jährigen Schwarzafrikaners, der die Wohnung seiner Pflegeeltern verlassen hat und seither vermisst wird. Informationen, warum dieser Mensch gesucht wird, gibt es keine.

Heise.de hat diese Seite bereits besprochen, hier gibt es weitere Infos.

Von der Topographie zur Typographie

Mal wieder etwas Schönes, Originelles, Spannendes: Ein Kickstarter Projekt namens Aerial Bold. Oder für alle, die Textverarbeitung nur in Deutsch kennen: Statt Arial Fett Aerial Fett, also eine Schriftart, die aus Luftbildern (Aerial Photography) gewonnen wird. Eine neue Schriftart also, die man in der Textverarbeitungssoftware nutzen kann. Für diejenigen, die an Fernerkundung und Mustererkennung interessiert sind, sicherlich ein sehr spannendes Thema.

Noch gibt’s das aber nicht. Damit das Ganze zum Fliegen kommt (unbeabsichtigtes Wortspiel), braucht es noch ein wenig Startkapital. Also ab zu Kickstarter und das Ganze mit ein paar Dollar unterstützen.

GIS und Ebola – Nachtrag

In der letzten Woche ist es um den Ebola Ausbruch in Westafrika recht ruhig geworden – nun gab es heute die beunruhigende Meldung, dass inzwischen über 4.000 Menschen dem Virus zum Opfer gefallen sind. Angesichts dieser Zahl finde ich diesen Beitrag der SZ sehr gut.

Ich habe mich nach dem ersten Beitrag hier zum Thema etwas mehr mit dem Thema befasst und ein paar interessante Artikel gefunden, die sich mit dem Ausbruch beschäftigen.

Dieser Artikel betrachtet die bekannten Ausbrüche – bei Menschen und Tieren – der vergangenen 40 Jahre seit 1976 und zieht auch in Betracht, welche Tiere als Reservoir für das Virus dienen. Auf Basis der Verbreitung dieser Tierarten sowie der Bevölkerungsdichte in diesen Verbreitungsgebieten wird dann eine Wahrscheinlichkeit für den Übersprung von Tier auf Mensch ermittelt.

Ein weiterer Beitrag nutzt Mobilfunkdaten, um Reisepfade zu dokumentieren. Damit wird dann modelliert, wie sich das Virus ausbreiten könnte. Ein spannender Ansatz, zumal er untermauert, dass mobile Endgeräte weltweit an Bedeutung gewinnen – insbesondere in solchen Regionen mit bislang schlechter Infrastruktur.

Dann habe ich noch einen Artikel gefunden, in dem die Ausbreitung des Virus auf Basis eines „Global Epidemic and Mobility Model“ prognostiziert wird. Das Modell wird hier ausführlich beschrieben – wem das nicht ausreicht, der kann sich in der Literaturliste austoben.

Wer wissenschaftliches Interesse an dem Thema Epidemiologie hat, dem sei die Lektüre dieser Artikel empfohlen.

Sport und GIS

Einer der schönen Aspekte an der Geographie ist ja das Studium mit den Exkursionen und den Komilitonen. Da gibt es nicht nur Diplomer sondern auch Lehrämtler. Und da gab es auch nette Mädels. Vor allem die Sportlerinnen waren nett anzuschauen, die Geographie als Zweitfach für das Lehramt belegt hatten. Aber zum Thema GIS: Auch die Sportler setzen GIS schon lange ein – für taktische Analysen.

Während ein Komilitone damals die Angriffszüge eines Volleyballmatches in ArcInfo digitalisierte, gibt es speziell hierfür heute komplette Taktiksoftware.

Die Süddeutsche Zeitung veröffentlicht inzwischen zu jedem Fussballspiel eine Heatmap und andere räumliche Auswertungen, wie hier zum Beispiel zum CL Spiel, das läuft, während ich diese Zeilen schreibe.

Und die New York Times verglich die Wanderlust Manuel Neuers während der WM mit der seiner Torwartkollegen.

GIS und Ebola

Nachdem vorgestern intensiver als bisher in allen Nachrichten über die Ebola Epidemie in Westafrika berichtet wurde, stieß ich gestern auf diesen Artikel: Mapping Could Help Stop Ebola’s Spread. Darin wird beschrieben, wie GIS dabei unterstützen könnte, diesen Ausbruch in den Griff zu bekommen.

Da ich mir nicht vorstellen konnte, dass GIS in diesem Zusammenhang bereits eingesetzt wird, bin ich dem mal nachgegangen. Schließlich wird hierzulande GIS eingesetzt, um z.B. die Maul- und Klauenseuche in den Griff zu bekommen. Alleine die ersten wenigen Google Treffer haben mich dann beruhigt:

Also: GIS kommt hier zum Einsatz und spielt offensichtlich nicht nur in der Information der Öffentlichkeit sondern auch in der Bekämpfung von Ebola eine Rolle. Hoffentlich letzten Endes eine erfolgreiche.

 

 

 

Musikalische Karten

Das ist zwar nicht ganz meine Musik, aber die Idee gefällt mir: Die Library of Congress hat fast 90.000 Musikstücke online gestellt. Naja, das gibt’s anderswo auch, wenn auch nicht immer so legal. Das interessante hieran: Alle Lieder wurden auf die amerikanischen Bundesstaaten georeferenziert:

  • wenn das Stück in dem Staat aufgenommen oder geschrieben wurde
  • wenn das Stück von diesem Staat handelt
  • wenn der Künstler mit diesem Staat assoziiert ist.

Wenn man in dieser Anwendung auf einen Staat klickt, erhält man eine Liste von Liedern, Bildern bzw. Videos.

So gut können die im Kino GIS

Hier ein wirklich mal ganz anderer Beitrag, aber wirklich präzise und leidenschaftlich recherchiert: Wer den Kinofilm „Gravity“ gesehen hat, war sicherlich beeindruckt von den Bildern. Ein Kollege hat nun mit Hilfe von Google Earth die Aufnahmen aus dem Weltall verortet quasi „weltallokiert“. Anhand dieser Ergebnisse wurde anschließend die Umlaufbahn von Sandra Bullock rekonstruiert. Wer mag, kann das sich den ausführlichen Text mit Beschreibung und Methode durchlesen und das entsprechende KMZ File herunterladen, um daheim das Ganze selber nachzuempfinden. Wer nicht gerne viel liest, schaut sich dieses Viedo an.

Orbital path of the astronauts in „Gravity“ from Stefan Geens on Vimeo.

 

Linienplan von London für Farbenblinde

Kartographie für farbenblinde oder gar ganz erblindete Menschen ist ein besonderes Thema, das das Zeug zu einem eigenen Fachgebiet hat.

Den Netzplan der Londoner U-Bahn gibt es nun auch als App für iOS und Android für Sehbehinderte. In der App kann man zwischen verschiedenen Layouts auswählen und auch die Schriftgröße einstellen. Zusätzlich ist die App ziemlich einfach zu bedienen. Also: Unter Umständen lohnt es sich, diese App mal anzuschauen und ein paar gute Ideen davon abzukupfern.