GIS für Wellenreiter

Wenn ein Mensch von einem Hai angegriffen wird, wird das von den Medien in der Regel dankbar aufgegriffen – und so erhalten diese Fische dann ihre Aufmeerksamkeit. Und das, obwohl Hai Attacken nicht wirklich häufig sind: In West Australien, der Gegend mit den angeblich meisten Hai Unfällen weltweit starben in den letzten beiden Jahren angeblich 6 Menschen durch Hai Angriffe.

Nun haben Forscher in Australien zahlreiche Haie mit Sendern ausgestattet. So was machen Forscher ja öfters. Neu in diesem Fall ist eine echte Geofencing Anwendung: Nähert sich einer der Haie mehr als einen Kilometer der Küste, wird ein Tweet erzeugt, mit dem Surfer dann gewarnt werden (können).

So weit ist es schon gekommen: Auf der Welle wird getwittert…

Hier ein Beitrag mit weiteren Infos und dem Twitter Account – falls Ihr dieser Tage einen Wellenritt in Australien plant.

Google Street View Filme

Wieder mal etwas, was wirklich cool ist, wenn auch sich der Nutzen – mir zumindest – nicht sofort erschließt: Filme – quasi Road Movies – erzeugt aus Google Street View. Unabhängig von mehr oder weniger sinnvollen Ankündigungen des BGH letzte Woche „frame“ ich ein Beispielvideo hier – freilich nicht, ohne ausdrücklich darauf hinzuweisen, dass das Copyright dafür bei teehan+lax liegt.

Google Street View Hyperlapse from Teehan+Lax Labs on Vimeo.

Ich muss sicher nicht erwähnen, dass man selber solche Videos erstellen kann und dass die Technologie für alle Interessierten auch verfügbar ist – als Open Source.

 

Karten erstellen für Farbenblinde

Sehr interessant: Laut diesem Artikel sind rund 7% der Männer (gegenüber 0,4% der Frauen) in einer mehr oder weniger starken Form farbenblind. Für diese Menschen ist ein wesentlicher Vorteil von Karten – schnelles Erfassen von Informationen – hinfällig. Die Engländer haben dem bereits vor zwei Jahren Rechnung getragen und ein spezielles Farbschema erarbeitet.

Im genannten Artikel werden einige Tools vorgestellt, mit denen man Farbschemata auswählen kann, die dem Problem Rechnung tragen oder aber seine Karten „mit den Augen“ eines Farbenblinden testen kann.


Noch einer zum Thema „Gute Webkarten“

Das Thema haben anscheinend einige für sich entdeckt: Die wichitgsten Kriterien guter Webmapping-Anwendungen. Die Beiträge von MapBrief kann man diesbezüglich eigentlich schon als Standardliteratur bezeichnen.

Nun haben die Kollegen von Gislounge einen weiteren Beitrag zu dem Thema erstellt. Im wesentlichen schreiben die Kollegen nichts Neues (was nicht sagen will, dass der Artikel nicht lesenswert sei), ich erwähne ihn deswegen, weil ein bislang unerwähnter Aspekt erwähnt  wird: Dokumentation. Will sagen, dass man dem Anwender mitteilen sollte, wie aktuell die dargestellten Daten sind und woher sie kommen. Letzteres ist bei uns aus juristischen Gründen ohnehin ziemlich unverzichtbar.


 

Der Wert von Satellitenbildauswertungen

Ich bin ja immer dankbar für Berichte, die Beispiele dafür bringen, welchen Wert GIS oder GIS Analysen haben. Für die Energieversorger gibt es ein recht schönes und prägnantes Beispiel, was passieren kann, wenn man gar kein GIS einsetzt. Beispiele, an denen aber der Wert der Analysen (nicht der zu vermarktenden Daten) errechnet wird, gibt es zwar, sie sind aber noch immer selten.

Das USGS hat für den Staat Iowa (besser: einen Teil davon) im Rahmen einer Value of Information Analysis (VOI) untersucht, welchen Wert Analysen von Landsat Daten haben. „A VOI analysis is a comparison of what canbe accomplished with higher quality informationversus what can be accomplishedwithout it.“ Konkret wurde dort untersucht, wie sich die Nitratbelastung des Mais- und Sojaanbaus auf das Grund- und damit Trinkwasser auswirkt. Die Ergebnis: Die Nutzung der Landsat Daten ist mehrere 100 Mio US$ wert.


Die Vermessung der Schweizer GIS Szene

Ralph Straumann hat schon mal einen sehr interessanten Beitrag geschrieben – damals ging es um die geokodierte Fotos, die auf einer dynamischen Karte dargestellt wurden.

Nun hat er die schweizerische GIS Szene 2.0 in Twitter „vermessen“, also die virtuelle Landschaft beschrieben: Was verbindet die Leute miteinander und warum. Sehr lesenswert. Wirklich. Vor allem, wenn man sich als Geograph mal ernsthaft mit dem Begriff „Landschaft“ auseinandergesetzt hat.


Wie man Kartenportale nicht macht…

… schreiben ein paar Kollegen in ihrem Blog bei MapBrief unter dem Titel „Why Map Portals Don’t Work“. Dass das Erstellen guter Kartenseiten -wohl gemerkt: Für die Öffentlichkeit bzw. die „Nicht Experten“ – einfach nicht einfach ist, hatten die Kollegen ja bereits in dem hier besprochenen Beitrag vorgestellt.

In dem nun erschienenen Beitrag „Why Map Portals Don’t Work“ werden in 5 Beiträgen verschiedene einzelne „Phänomene“ besprochen:

  1. Die Suche erfolgt nicht auf der Karte und nicht in Attributtabellen sondern wie bei Suchmaschinen mit einfachen Auto-Complete Feldern
  2. „Layerrrhoe“ sprich: zu viele Layer sind für GIS Spezialisten ok, für Anwender von Kartendiensten aber abschreickend.
  3. Wer einen Webkartendienst erstellt, hat genau vier Anforderungen: Schnell, Intuitiv, Informativ, Schnell.
  4. Werkzeugleisten sind etwas für ein Desktop GIS – nichts fürs Web.
  5. siehe 3.: Warten sollte man nicht müssen.

Liebe Leute, die Ihr GIS Portale baut: So Ihr anderer Meinung seid, nehmt einfach mal ein Smartphone in die Hand oder auch ein Tablet – fragt Euch, wie die Hardwarewelt in drei Jahren aussehen wird und dann überlegt nochmal…


Farbgebung in Karten

Was man als Geograph (ja, ich schreibe das immer noch mit „PH“!) oder Kartograph (!) an der Uni lernte, was Günter Hake in mehrern Auflagen seiner Standardwerke schrieb, das ersetzt die folgende Grafik nicht. Aber für eine Menge Webkartenmacher, die von Farben keine Ahnung haben, ist das hier sicher hilfreich.

Und da die Grafik hier ein wenig zu klein ist, könnt Ihr auch einfach auf den Link unter der Grafik clicken und schon seht Ihr sie in groß. Weitere Ideen und Anregungen findet Ihr in diesem Artikel. Und wenn Ihr kein englisch könnt, dann empfehle ich die Lektüre von Günter Hake’s Werken.

 

Daten visualisieren

Karten – zumindest thematische – sind nichts anderes, als die Visualisierung von statistischen Daten. Thematische Karten gibt es auf der Seite des US Census Bureau – also der staatlichen Behörde für Statistik der USA – auch, vor allem aber jede Menge wirklich guter Darstellungen. Damit man immer mal wieder auf diese Seite kommt, gibt es jede Woche eine neue Grafik.

Gefällt mir! Richtig gut!


Geokodierte Fotos im Verlauf eines Tages

Bewegte Karten kennt man ja inzwischen – z.B. anhand der Zugverspätungen – hier nun eine weitere: Wann wurden wo von wie vielen Menschen Fotos gemacht?

Diurnal and spatial patterns of georeferenced Flickr photographs in the city of Zurich (Switzerland) from Ralph Straumann on Vimeo.

Um diese Karte zu erstellen, wurden 80.000 geokodierte FlickR Fotos aus Zürich ausgewertet. Ich kenne mich in Zürich kaum aus (nur den Sprüngli Laden mit der Super Schokolade würde ich sicher wieder finden und dort wieder arm und dick werden), aber Ralph Straumann kommentiert das auf dieser Seite.