Fachkräftemangel in der Geobranche

Spiegel Online zitiert Udo Stichling, den Präsidenten des Deutschen Dachverbandes für Geoinformation (DDGI): „Der Fachkräftemangel hat auch die Geobranche erreicht: Sowohl in Behörden als auch in der Privatwirtschaft werden qualifizierte Fachkräfte dringend benötigt.“ – was die Leser, die zu diesem Artikel Kommentare hinterlassen haben, skeptisch sehen. Beides stimmt, es kommt halt – wie so oft darauf an, was man sucht: GIS Anwender, die Auswertungen und Karten erstellen? – eher kein Mangel. Menschen mit tiefgehenden IT Kenntnissen und Verständnis für Geodaten, die den Anwendern in Unternehmen und Behörden das Arbeiten ermöglichen? – Die sind noch immer selten.

Das Problem ist aber doch, dass Geodaten heute so „omnipräsent“ sind, dass das Berufsbild enorm vielfältig ist und daher die dazu benötigten Qualifikationen vielfältig sind. Von Softwareentwicklern über Analysten, Menschen, die den Betrieb von IT-Systemen sicherstellen zu Vertrieblern, Datenerfassern und Qualitätssicherern gibt es jede Menge Tätigkeiten! Da kann der Ausbildungsberuf nur die Grundlagen legen. Bleibt lediglich die Frage, ob die Ausbildung so gut ist, dass die Geomatiker wirklich raus in die Welt von Google Maps etc. kommen.

In dem Artikel wird der Ausbildungsberuf des Geomatikers vorgestellt: Man lernt als Azubi, Geodaten zu erfassen, zu visualisieren und zu vermarkten. „Dabei müssen [die Azubis] immer im Blick haben, welchem Zweck die Aufbereitung der jeweiligen Daten dienen soll.“ Der letzte Satz lässt mich hoffen, dass es noch was wird mit den amtlichen Daten in der Wirtschaft…


2 Gedanken zu „Fachkräftemangel in der Geobranche

  1. ich studiere Geographie und mach mir eher mächtig Zukunftssorgen. Denn es kristallisiert sich mittlerweile heraus, wie miserabel die Berufsaussichten sind.

    wenn ich wüsste, wo ich Geld für einen Master herbekomme, würd ich woanders ja einen anderen master studieren.

    ich seh den Arbeitsmarkt für einige Geoberufe eher als miserabel an.

    ein Bekannter von mir arbeitet übrigens als Umweltingenieur halbe stelle UND Postbote – hat ewig gedauert, um überhaupt diese halbe Ing.stelle zu finden. Und der ist immerhin Ingenieur.

  2. Geobranche ist facettenreich und da werden eigentlich viele Berufe und Ausbildungen zusammengefasst. Nach der Geo-Ausbildung kann man als Lehrer, Analyst, Datenerfasser aber in einigen Fällen sogar auch als Projektant bzw. Designer arbeiten. Möglichkeiten gibt es viele, leider diejenigen, die derartige Ausbildung absolvieren viel weniger. Tatsache ist, dass es heutzutage an Geo-Fachmännern fehlt und dass es immer weniger Personen gibt, die in diese Richtung begabt sind.

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