App4Deutschland – GIS?

Auf der Cebit wurden in der letzten Woche die Gewinner des Wettbewerbs Apps für Deutschland prämiert. Interessant daran ist, dass es sich bei fast allen Preisträgern um Apps handelt, die in irgendeiner Form raumbezogene Daten verarbeiten. Sei es ein Toilettennavigator von Bremen, eine Navigation für Blinde oder ein City Guide von Bremen – alle eint, dass sie „gissig“ sind.

Einerseits ist das nicht verwunderlich, da ESRI ziemlich viel Wirbel um diesen Wettbewerb gemacht hat – sprich: dafür gesorgt hat, dass dieser Wettbewerb insbesondere im ESRI Umfeld bekannt wurde. Man könnte demnach folgern, dass viele Menschen, die ESRI und damit auch GIS kennen, teilgenommen haben.

Andererseits wirft das die Frage auf, warum diese Apps, dieser Wettbewerb und diese Technologie innerhalb „der GIS-Branche“ bislang so wenig Aufmerksamkeit erfahren. Hier sind die Top Themen GDI, Inspire, Energiewende und ähnliches. Kleine, feine Apps aber nicht.

Möglicherweise lohnt sich ein Blick zurück: Vor knapp 15 Jahren haben wir die sogenannte dotcom Blase erlebt – und wie sie platzte. Parallelen zu heute sind nicht zu übersehen: Damals Web, heute App; damals Browserkriege, heute Android vs. iOS. Damals wie heute Goldgräberstimmung. Geschäftsmodelle allerdings fehlten damals vielfach – Zweifel sind angebracht, ob die Geschäftsmodelle heute stimmen.

Mag also sein, dass die oben genannten Themen im Moment einfach lukrativer sind, weil Kerngeschäft. Aber wer will dann auf den (möglicherweise) neuen Märkten noch mitspielen? Ich bin gespannt!


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