„Geodaten – CMS“ – macht das eine GDI erfolgreicher?

Letztens fiel mir eine Diskussion auf, in der es unter anderem darum ging, ob ArcGIS Online (www.arcgis.com) ein CMS für Geodaten sei oder nicht. Im Kern ging es eigentlich darum, ob ArcGIS Online brauchbar sei („Ja“ meinte ein offensichtlicher ESRI Fan) oder nicht (das meinte wiederum ein offensichtlicher OpenSource Fan).

Wie dem auch sei: Diese Diskussion trat einen Gedankengang in mir los und ich fragte mich, was der Unterschied zwischen einem „Geo CMS“ und einer GDI sei.

Hier einige erste Ideen dazu:

  • Ein CMS speichert die Daten in der Regel zentral, eine GDI verfolgt den dezentralen Ansatz.
  • Der Fokus der GDI besteht darin, Daten zu finden. Ein CMS geht darüber hinaus und enthält auch die Speicherkomponente.
  • Ein CMS ist in der Regel ein System, das Daten in einer Art abspeichert, die es mehr oder weniger inkompatibel zu anderen CMS macht – der Transfer in ein anderes CMS ist in der Regel nicht einfach möglich.
  • Ein CMS ist in der Regel benutzerfreundlich.

In Bezug auf ArcGIS Online:

  • ArcGIS Online unterstützt die ESRI Technologie und Formate, wenig sonst. GPX und KML Dateien sowie WMS Dienste werden noch unterstützt.
  • Eine GDI lebt von offenen Standards – Interoperabilität ist nach wie vor das Zauberwort.

Und – weiter?

Mit dem Thema GDI und den Ansprüchen an „offene Standards“, „Interoperabilität“ und „Metadaten“ beschäftigt sich die GIS Branche in Deutschland nun bereits seit ca. 10 Jahren. Verschiedene GDI Initiativen haben Unterschiedliches auf die Beine gestellt, aber im Großen und Ganzen bleibt der Eindruck, dass noch immer zahlreiche Prototypen gebaut und Konzepte erstellt werden. Oder aber die Geodatenviewer sind in der Regel nicht sehr benutzerfreundlich: Auf der Geodatensuche des geoportal.bund.de steht nicht umsonst „suchen“ – „finden“ geht anders.

Aber warum eigentlich nicht beides verbinden?

In ArcGIS.com werden an einem Tag mehrere hundert Karten am Tag veröffentlicht. Will sagen: Zumindest in den USA und in der ESRI Gemeinde (also auch GIS Spezialisten) findet ArcGIS.com eine recht hohe Akzeptanz. Unter www.geoplatform.gov ist das Geodatenportal des US Behörden erreichbar. Es basiert auf arcgis.com. Dort sind zahlreiche Karten veröffentlicht, die wahrscheinlich (ich weiss es tatsächlich nicht) sehr häufig auf ArcGIS Server Web Services basieren. Mit einer Stichwortsuche findet man hier ohne Vorkenntnisse recht schnell die Daten, die man sucht.

Zu einigen der dort veröffentlichten Karten existieren Metadaten, die im FGDC Standard erfasst sind. Diese Metadatenbestände kann man sich dann komplett unter geo.data.gov anschauen. Dort wiederum findet man die Daten auch nicht soooo einfach mit einer Stichwortsuche.

Und – was ist die Folgerung?

  1. Wie man es nennt, ist eigentlich egal. Eigentlich, weil ich befürchte, dass GDI ein inzwischen negativ besetzter Begriff ist.
  2. Mit den hierzulande bestehenden GDI Ansätzen wird nur eine sehr kleine Gruppe Anwender bedient. Portale mit weniger Metadaten sind benutzerfreundlicher und lassen Anwender schneller brauchbare Daten finden.
  3. Beide Konzepte miteinander zu verbinden – vorne ein einfacher Einstieg und hinten die vollständige Lösung – würde uns wahrscheinlich schnell weiterbringen.

Irgendwelche Meinungen dazu? Gerne hier kommentieren.


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