Geoinformationsstrategie der Bundesregierung

Derweil weite Teile unserer Bundesregierung sich auf dem CDU Bundesparteitag auf das Wahljahr 2013 einstimmen, gibt dieselbe Bundesregierung den dritten „Bericht der Bundesregierung über die Fortschritte zur Entwicklung der verschiedenen Felder des Geoinformationswesens im nationalen, europäischen und internationalen Kontext“ heraus. So einen behäbigen Titel kann sich kein Mensch ausdenken, der wirklich etwas bewegen will. Deswegen bekommt das Ganze auch eine Art Untertitel: „Eckpunkte für eine nationale Geoinformationsstrategie„. Kürzer, aber nicht besser. Leider ist viel in diesem Papier im Konjunktiv: Ja, man könnte eine Menge…

Ich hätte ja schon wieder Lust, ein wenig Bashing zu betreiben, indem ich zu Sätzen wie diesem hier herzlich gratuliere: „Die Zusammenarbeit von Geodatenbereitstellern und -nutzern hat sich bereits gewandelt und wird sich weiter verändern.“ Aber ich versuche mal, das zu lassen.

Es stehen tatsächlich einige Dinge in diesem Papier, die aus meiner Sicht zu kurz gegriffen sind. Beispiel: „regelmäßige Geodatenbedarfsabfragen [werden] bei Verwaltung und Wissenschaft erfolgen“. Wo bleibt da die Wirtschaft? Sie wird immerhin erwähnt, wenn es darum geht, „Erfahrungs- und Wissenstransfer“ zu intensivieren. Wenn man das Papier intensiver liest, dann kommt „der Wirtschaft“ doch einige Bedeutung zu: „Aktivitäten von Unternehmen und Open-Communities haben das Wissen über Geodaten verbreitet. Auf diesem Potenzial könnten durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit die Bedeutung des Geoinformationswesens und die Arbeiten der GDI-DE weiter vermittelt werden.“

Was also hat der Bund vor in den nächsten vier Jahren?

  1. Qualität und Quantität des Geodatenangebots müssen
    konsequent ausgebaut werden
  2. Mehrwerte durch Offene Daten (Open Government Data) schaffen
  3. Internationale und nationale Vernetzung von Geodaten fördern
  4. Steuerung und Koordinierung des Geoinformationswesens
    in Deutschland ausbauen.

Unter dem letzten Punkt wird festgestellt, dass „Gesellschaft und Verwaltung […] insgesamt zu wenig über den Nutzwert von Geoinformationen [wissen]“. Das in Kombination mit dem Abschnitt, in dem es darum geht, was man in den letzten Jahren erreicht hat (seit 2006 wird z.B. das Geoportal.Bund aufgebaut), zeigt leider, dass die öffentlichen Stellen nicht wirklich nah am Bürger / Nutzer sind. Immerhin das wurde erkannt.

 

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