Weniger ist mehr

Das WebGIS Anwendungen etwas weniger GIS besser stehen würde, weil es dann einfacher zu bedienen und schneller ist und damit eine höhere Akzeptanz findet, ist bereits lange meine Meinung. Hier nun ein Artikel, der das auch mal mit Zahlen untermauert. Hier (oder besser: Dort in Denver) wurden einfache Karten mit nur einem Thema ins Netz gestellt – und dazu einige Dinge beobachtet und gemessen. Die Ergebnisse kurz zusammengefasst:

  1. Karten mit nur einem Thema werden dreimal häufiger abgerufen als Karten mit mehreren Layern und damit Inhaltsverzeichnis oder Layersteuerung .
  2. Die Karten werden besser über Suchmaschinen gefunden, weil der Suchbegriff eindeutiger ist.
  3. Karten, die mit spezifischen Ereignissen zu tun haben (Nacht der offenen Museen oder ähnliches) führen zu hohen Besucherzahlen.
  4. Anwender clicken in Karten und die Hyperlinks in den Popups (Attributfenstern), weil sie dort die relevante Information erwarten.
  5. Karteneinstellungen werden kaum verändert.

Diese und weitere Ergebnisse kann man unterschiedlich interpretieren. Aber eins scheint mir offensichtlich: Das 20 Zentimeter nach unten scrollbare Layerverzeichnis fanden wir als Erstsemester cool. Heute ist es das nicht mehr.


2 Gedanken zu „Weniger ist mehr

  1. Interessanter Beitrag – auch das Original! Aber man muss ja zum Glück nicht alles so sehen, wie jenseits des großen Teiches. Ich geh mal davon aus, dass man Unterschiede bei den Nutzern machen muss. Für die GIS-Dummies gilt das sicher vieles, aber je mehr GIS-KnowHow beim Nutzer zu unterstellen ist, desto weniger gelten die Punkte. War es doch immer ein Vorzug, sich verschiedene Themen nach eigenem Anspruch über den gleichen Raumbezug zu legen und zu interpretieren. Nur ein Thema pro Karte führt schnell wieder zu zwanzig Karten nebeneinander, die der „gemeine“ Betrachter noch viel schlechter im Blick hat. Für die Spezies gilt uneingeschränkt „Das 20 Zentimeter nach unten scrollbare Layerverzeichnis fanden wir als Erstsemester cool.“. Und bitte liebe Analysten (@Brian) von Klickzahlen: Die Zahl der angeklickten Karten sagt wirklich (fast) gar nichts über das wirkliche Interesse und das Verständnis aus, es ist allenfalls ein eher schwaches Indiz, wichtiger ist da schon die Verweilzeit auf der Karte. Auch und im Intranet, wo die Menge der GIS-Daten für die kompetenten Nutzer gehalten wird, sind Suchmaschinen eher unwichtig, die Mitarbeiter finden die Daten auch ohne.

  2. Sicherlich eine interessante feststellung, ist aber eher für SEO interessant, kann aber bei der Planung und Konzeptentwicklung berücksichtigt werden. Man muss vor allem bedenken, für welche Nutzergruppen die WebMapping Anwendung konzepiert ist? Wenn es für Fachplaner und bereits im Vorfeld bekannte Partner umgesetzt wird, sind SEO-Aspekte (für eine möglichst enge Themeneingenzung notwendig ist) eher uninteressant.

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