Linienplan von London für Farbenblinde

Kartographie für farbenblinde oder gar ganz erblindete Menschen ist ein besonderes Thema, das das Zeug zu einem eigenen Fachgebiet hat.

Den Netzplan der Londoner U-Bahn gibt es nun auch als App für iOS und Android für Sehbehinderte. In der App kann man zwischen verschiedenen Layouts auswählen und auch die Schriftgröße einstellen. Zusätzlich ist die App ziemlich einfach zu bedienen. Also: Unter Umständen lohnt es sich, diese App mal anzuschauen und ein paar gute Ideen davon abzukupfern.

Wie sind die Engländer eigentlich Weltmacht geworden?

Meine These zur Frage, warum England Welt- und Kolonialmacht wurde, ist recht einfach: An Porridge, Marmaid und sonstigen engllischen „Speisen“ wären sie verhungert. Also sind sie raus in die Welt und haben Indien gefunden.

Die App von Huud, die es Nachbarn ermöglicht, miteinander in Kontakt zu treten, lässt zunächst einmal vermuten, dass sie zu Hause auch vereinsamt wären. Eine ähnliche App gibt es in den USA ja auch. Dort kennen erschreckend viele Menschen ihre Nachbarn nicht – Social Media baut dort quasi die Brücke zum „echten Leben“.

Bei Huud geht es um etwas mehr. Man kann nicht nur seine eigene „Nachbarschaft“ sondern auch Orte, an denen man sich aufhält eingeben. Dazu kann man dann Fragen in die Wolke stellen, Hilfsgesuche und -angebote, Lokalitäten bewerten etc.

Was mir dabei bewusst wird: Die Art, wie Menschen kommunizieren, ändert sich stetig.


Windows 8 kommt, App Entwicklern wird unter die Arme gegriffen

Dieser Tage, wo endlich Sommer ist, möchte man eigentlich niemandem unter die Arme greifen, Microsoft ist sich aber darüber im Klaren, dass Anschieben Not tut: Ein wesentliches Erfolgskriterium für Windows 8 dürfte die Anzahl und Qualität der Apps sein, die auf Win 8 laufen.

Entsprechend greift Microsoft Entwicklern nun mit kostenlosen, eintägigen Veranstaltungen unter die Arme. Wer also auf den Zug aufspringen will, schaut sich diese Seite am Besten mal an.


Apple macht nun eigene Karten

Auf der Apple Entwicklerkonferenz WWDC in San Francisco wurde heute bekannt gegeben, was bereits länger erwartet wurde: Dass Apple nun einen eigenen Kartendienst anbietet: Apple Maps.

Apple hatte 2009 ein Unternehmen namens Placebase gekauft, der Gründer von Placebase wechselte ins GeoTeam bei Apple (war mir auch unbekannt, dass es so etwas gibt) und nun also macht Apple selber Karten. Dazu werden laut NZZ POIs unter anderem von Yelp eingesetzt. Die Kartennavigaton soll mit Siri sprachgesteuert funktionieren, eine turn-by-turn Navigation ist dabei und – man höre – Verkehrsinfos werden „auf Basis anonymisierter Wegaufzeichnungen anderer Nutzer“ geliefert. Dazu kommen freilich noch 3D Karten (Apple hatte ja auch noch 3C Technologies gekauft). Weitere Neuigkeiten zu dem Thema gibt es auch hier.

Stellt sich die Frage: Was bedeutet das nun für Google? In den USA entfallen rund 45% der Nutzung von mobilen Anwendungen von Google Maps auf iOS, 55% auf Android. Der direkte Umsatzverlust wird dabei wohl nicht so schlimm sein – die Umsätze, die in Zukunft aus mobilen Geodiensten generiert werden, sind für Google damit aber weg. Falls damit in Zukunft Geld verdient werden wird…


Viele Apps sind nicht wirtschaftlich

Laut Business Geomatics und Heise Developer (die das wiederum von AppPromo haben), sind die meisten Apps heute nicht wirtschaftlich. Das jedenfalls ist das Ergebnis einer Umfrage unter mehr als 100 App Entwicklern. Wesentlicher Grund dafür dürfte sein, dass ca. zwei Drittel der Apps kostenlos oder unter einem US Dollar kosten. Rund 80% der Entwickler generieren nicht genug Umsatz, um damit ein Geschäft aufzuziehen – und knapp zwei Drittel erzielen keinen Break-Even – wie auch, bei kostenlosen Apps?

Quintessenz eines Unternehmens, das App Promo heisst und Apps promoted: Mehr Geld in die Vermarktung stecken.

Mein Fazit: Denkt mal zurück an 1999/2000: Damals war jede Webseite (hieß damals noch Homepage) Grund genug für einen Stand auf der CeBit. Goldgräberstimmung, aber zu oft kein Geschäftsmodell. Die Parallelen sind eigentlich nicht zu übersehen. Ich bin gespannt, wie der Markt sich in den nächsten Jahren entwickelt…


Digitales Grafitti – Wallit

Wer ein iPhone hat, kann mit der App von Wallit in der virtuellen Welt von Google Maps virtuelle Plakatwände aufstellen, auf die andere Menschen dann wie in verschiedenen Social Media Plattformen Nachrichten hinterlassen können.

Das interessante dabei: Man muss an dem Ort sein – egal, ob man das erste Mal eine Wand aufstellt oder an eine Wand schreibt. Wenn man sich dann durch die echte Welt bewegt, kann man sein iPhone dazu nutzen, diese virtuellen Wände via Augmented Reality anzusehen. Die App gibt es nur für iPhone im AppStore von Apple.


noch mehr 3D

Leider bislang nur in den USA verfügbar und auch dort „nur“ für ca. 50 Städte: Upnext HD maps für iOS oder Android. Bei Upnext HD maps handelt es sich nicht nur um eindrucksvoll gerenderte 3D-Karten – das ganze Paket aus Applikation und weiteren Infos ist beeindruckend.

Zu den Gebäuden liegen Informationen über die darin befindlichen Geschäfte / Restaurants vor, die durch einen Tap (nein, es heisst nicht mehr Klick) auf das Gebäude aufgerufen werden. So kann man auch nach nach Stichworten oder Unternehmen suchen. Ebenfalls integriert: Foursquare: Man kann sich anzeigen lassen, wo sich Freunde gerade aufhalten, so sie sich eingecheckt haben und was sie gut finden. Selber kann man natürlich auch Orte bewerten, bookmarken oder favorisieren. Und – soweit vohanden – man kann die Linien der U-Bahn einblenden und sich so recht einfach ein Bild davon machen, wie man wohin kommt.

Ich schreibe das ziemlich oft an dieser Stelle: Eigentlich alles nichts wirklich Neues. Aber im Gesamtpaket mit den 3D Features, der Social Media Integration und der Usability schon sehr beeindruckend. Ich bin gespannt, wie lange es dauert, bis wir so etwas hier in Deutschland haben werden.


iOS, Apps und ESRI

ESRI hat auf dem DevSummit einige Demos gezeigt, bei denen Apps auf iOS gezeigt wurden. Diese 27 Samples sind nun auf ArcGIS.com verfügbar.

Der Code kann laut Nutzungsbedingungen einfach heruntergeladen, angepasst und genutzt werden.

Parallel dazu hat ESRI Version 2.2 des ArcGIS Runtime SDK for iOS veröffentlicht.


App4Deutschland – GIS?

Auf der Cebit wurden in der letzten Woche die Gewinner des Wettbewerbs Apps für Deutschland prämiert. Interessant daran ist, dass es sich bei fast allen Preisträgern um Apps handelt, die in irgendeiner Form raumbezogene Daten verarbeiten. Sei es ein Toilettennavigator von Bremen, eine Navigation für Blinde oder ein City Guide von Bremen – alle eint, dass sie „gissig“ sind.

Einerseits ist das nicht verwunderlich, da ESRI ziemlich viel Wirbel um diesen Wettbewerb gemacht hat – sprich: dafür gesorgt hat, dass dieser Wettbewerb insbesondere im ESRI Umfeld bekannt wurde. Man könnte demnach folgern, dass viele Menschen, die ESRI und damit auch GIS kennen, teilgenommen haben.

Andererseits wirft das die Frage auf, warum diese Apps, dieser Wettbewerb und diese Technologie innerhalb „der GIS-Branche“ bislang so wenig Aufmerksamkeit erfahren. Hier sind die Top Themen GDI, Inspire, Energiewende und ähnliches. Kleine, feine Apps aber nicht.

Möglicherweise lohnt sich ein Blick zurück: Vor knapp 15 Jahren haben wir die sogenannte dotcom Blase erlebt – und wie sie platzte. Parallelen zu heute sind nicht zu übersehen: Damals Web, heute App; damals Browserkriege, heute Android vs. iOS. Damals wie heute Goldgräberstimmung. Geschäftsmodelle allerdings fehlten damals vielfach – Zweifel sind angebracht, ob die Geschäftsmodelle heute stimmen.

Mag also sein, dass die oben genannten Themen im Moment einfach lukrativer sind, weil Kerngeschäft. Aber wer will dann auf den (möglicherweise) neuen Märkten noch mitspielen? Ich bin gespannt!