England auf einer Karte

Hier mal wieder ein Beispiel für eine gelungene (wie ich finde) Webmapping Seite: Illustreets zeigt verschiedene Daten von England in einer WebMap. Dabei handelt es sich im Nachbarschaftsdaten, wie Einkommen, Bildung, Kriminalitätsrate etc. Gut gemacht finde ich die Kartenanwendung: „ungissig“ mit der wesentlichen Aussage direkt offensichtlich.

Nachtrag vom 16.1.2014: Diesem Artikel zufolge (der die Seite wie ich übrigens für extrem gelungen hält) stammen die zugrunde liegenden Daten aus OpenDatea Quellen.

Was Foursquare fourhat

Diesen Artikel von Foursquare hatte ich schon vor einigen Tagen gefunden, komme aber leider erst jetzt dazu, darüber zu schreiben. Was im Wesentlichen daran liegt, dass ich ihn erstmal selber lesen wollte.

Foursquare hat über drei Monate alle CheckIns ausgewertet und jeweils als Punkt dargestellt. Das ergibt einige wirklich coole Karten, wie die hier.

Quelle: https://foursquare.com/infographics/500million

Dazu schreiben die Leute von foursquare, was sie mit „ihren“ Daten machen wollen:

  1. Nicht nur die Punkte sondern auch die Reihenfolge der CheckIns sind wichtig. Sprich: Es kommt nicht nur darauf an, welche Orte Menschen gerne besuchen, sondern auch, welche Orte sie gerne als nächstes besuchen. So wie Google Seiten und Amazon Produkte empfiehlt, will Foursquare dann echte Orte empfehlen.
  2. Eine aktuelle Datenbank aufbauen, die jede Menge Orte enthält. Das ist wohl die naheliegendste Idee, wie man diese Datenvergolden kann.
  3. Was viele Leute heute bereits als Geschäftsmodell sehen und warum dieser Markt von Google, Apple und andere so heftig umkämpft wird: Man will den Geschäften, Museen, Gaststätten etc. neue Möglichkeiten geben, wie sie mit ihren (heute anonymen) Kunden interagieren können.

Alles irgendwie naheliegend. Heute jedenfalls.

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Daten leben länger als Software

Interessanter Artikel von Arnulf Christl: Daten leben länger als Software. Ergo sollte man Daten nicht der Software anpassen sondern die Software den Daten. Interessanter Aspekt. Warum gibt es Softwareentwickler, Softwarearchitekten, aber keine Datenentwickler? Weil, so Christl’s These: Daten sich stets weiterentwickeln, nie vollständig sind und auch immer Fehler enthalten.

Ja, das erlebe ich auch täglich: Demodaten von Softwarelieferanten sind immer schick (manchmal übrigens seit vielen Jahren unverändert) und haben mit den Datenmengen, Datenfehlern und Spezifika der Kunden wenig gemein. Sie lassen die Software einfach gut aussehen.

Alleine das Update von einer Softwareversion in eine neue kann enorme Migrationsaufwände für die Daten nach sich ziehen. Die Lösung? Bleibt Christl schuldig.


Die Temperatur der Erde in den letzten 250 Jahren

Es gibt ja noch immer einige Menschen, die der Meinung sind, Global Warming existiere nicht. In diesem Sommer kann man das auch durchaus nachvollziehen. Wer’s aber mal mit Daten und ggfs. auch regional auf einer Karte sehen will, schaut einfach mal auf die Seite in Berkeley – berkeleyearth.org. Dort wurden Daten zusammengetragen, bereinigt und ausgewertet, die eine Aussage zu diesem Thema ermöglichen. Und: Die Daten kann man auch runterladen und selber damit spielen oder eben was sinnvolles machen.


TomTom veröffentlicht „Congestion Index“

TomTom hat den Congestion Index, einen Stau Index also, für 31 Metropolregionen in Europa und 26 ebensolche in Amerika herausgebracht.

Der Stau Index basiert auf Daten, die seit 2007 erhoben werden. Meines Wissens ist die Basis dieser Datenerhebung die MapShare Funktion: Wenn man sich mittels Internet neue Daten auf sein TomTom herunterlädt, werden gleichzeitig auch eigene, historische Fahrten, an TomTom übertragen. Das Ergebnis: TomTom verfügt über eine recht ansehnliche (um es mal so bescheiden zu formulieren) Datenbasis.

Diese also hat man nun genutzt, um den Stau Index zu ermitteln: Die Fahrtzeit in freien Verkehrssituationen wurden mit denen in Stoßzeiten verglichen. Diejenigen im ersten Quartal 2012 werden mit denen im ersten Quartal 2011 verglichen. Das Ergebnis: Ein prozentualer Wert über die Zunahme der Reisezeiten. Abnahmen gibt es nicht.

Den Report für Europa wie auch den für Amerika kann man auf der TomTom Seite herunterladen.


Aus dem Protokoll des Bundestags

Weil ich im Moment ja nichts besseres zu tun hab (Italien gegen Spanien plätschert gerade so im Hintergrund daher), habe ich mir mal die Protokolle des Bundestags angeschaut. Macht ja Sinn, mal zu schauen, was unsere Volksvertreter so beschließen.

Geodatenzugangsgesetz geändert: Bei Enthaltung von SPD und Grünen und gegen die Stimmen der Linksfraktion hat der Bundestag am 28. Juni den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Geodatenzugangsgesetzes (17/9686) auf Empfehlung des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (17/10080) geändert. Damit wurde ein Rechtsgrundlage geschaffen, um die Nutzungsbedingungen für die Bereitstellung von Geodaten und Geodatendiensten kostenlos nutzen zu können. Geodaten sind digitale Informationen über Räume auf der Erdoberfläche.

Was in dieser Sitzung noch alles beschlossen und verabschiedet wurde, lest ihr hier. Und die früheren Artikel zu diesem Thema in diesem Blog stehen hier und hier.


Google Indoor Maps in der Schweiz

Im Dezember gab es bereits Berichte über Google Maps Indoors.

Als erstes Land in Europa startet Google Maps Indoor in der Schweiz. Dieser Artikel berichtet über die ersten Erfahrungen, die sich recht gut lesen. Die schweizerischen Media Märkte sind als Partner dabei, für die ersten Märkte sind bereits Daten verfügbar. Außerdem sind einige Einkaufszentren bereits online.

Warum eigentlich schon wieder die Schweizer? Wenn’s daran liegt, dass sie nicht auf der Euro mitkicken, dann müsste es das ja bald für ganz Holland geben. Sorry, den konnte ich mir nicht verkneifen.


Apple Maps – Hintergründe

Vielleicht bedeutet die Entscheidung von Apple, eigene Karten zu erstellen, dass man bald nicht mehr „googelt“ sondern „Siri fragt“. Das ist ein Grund, der in diesem Artikel angeführt wird, warum Apple nun eigene Karten macht.

Anscheinend trug es mobilen Markt nicht zu Apples Wohlbefinden bei, dass jeder Apple User mit dem Google Logo konfrontiert wurde, wenn er eine Karte betrachtete. Dazu ist der Hintergrund interessant, dass Karten nach iTunes das beliebteste Feature im iPhone sind: Im vergangenen Jahr haben die Anwender 35% mehr Zeit mit Karten verbracht als noch im Vorjahr (das wäre dann wohl das Vorvorjahr). Anscheinend bestand bei Apple die Sorge, dass die Anwender sich wegen der Google Karten auch mal ein Android Handy kaufen.

Mit dem Verlust der Apple Kunden verliert Google nicht nur Einnahmen zwischen 500 Mio und 1 Mrd US Dollar (da mir unklar ist, wie diese Werte ermittelt werden, bin ich skeptisch, aber es liest sich schon beachtlich) sondern auch einen wichtigen Einstiegspunkt: Anwender suchen Informationen zu ihrer Umgebung – die werden auch mit Werbemitteln finanziert. Sind diese Informationen weg, bricht auch das Geschäft um die lokale Suche ein. “Apple had to do something, since maps are the fundamental unit of a mobile Web.”


Geodaten des Bundes bald kostenlos – kurze Nachlese

Zum Beitrag „Geodaten des Bundes bald kostenlos?“ kamen einige Reaktionen via Twitter, die ich hier mal kurz für alle nicht-Twitterer zusammenfasse.

Auch wenn die Bundesbehörden nicht die meisten relevanten Daten haben: Der Bund als Vorreiter wird die Landesbehörden über kurz oder lang dazu bringen, ihre Daten ebenfalls kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Auf einen weiteren Artikel wurde ich hingewiesen.Er beschreibt, dass der Kartendienst Anbieter Euro Cities Anzeige gegen das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie erstattet hat. Grund: Angeblich viel zu günstige Konditionen für google, die ja bereits Daten der Bundebehörde einsetzen. Damit wird dann auch das Problem deutlich: Unterschiedliche Unternehmen erhalten grundverschiedene Bedingungen.


Geodaten des Bundes bald kostenlos?

OK, einige Beiträge werden in den nächsten Tagen nun nicht so brandaktuell sein – ich hab mir ja bekanntlich ein paar Tage Urlaub gegönnt.

Heise und andere Medien berichten, dass die Geodaten des Bundes kostenfrei zur Verfügung gestellt werden sollen. So jedenfalls der Wille der Bundesregierung, der in sich in einem Gesetzesentwurf des Bundesumweltministeriums niederschlägt. Eine – wie ich finde – sehr gelungene Kommentierung sowie weitere Infos finden sich hier. Dort findet sich auch ein Link auf’s Protokoll der Bundestagssitzung. TOP 22 ist lesenswert.

Bleibt jetzt nur noch die Frage: Was ist eigentlich mit den Geodaten der Länder? In dem ein oder anderen Bundesland gehen die Entwicklungen aktuel ja in entgegengesetzte Richtungen…