Was 2014 in Sachen GIS wichtig wird

So, das neue Jahr hat begonnen, meinen ersten Arbeitstag habe ich hinter mir, nun also die Prognose, was 2014 in Sachen GIS bringen wird. Die kommt freilich nicht von mir selbst sondern wurde von ein paar Kollegen erstellt. Die haben dafür verschiedene Menschen aus der Branche befragt, ich fasse das Ganze mal kurz zusammen:

WebMaps werden immer stärker zunehmen – weil die Erstellung von WebKarten überall einfacher werden wird. Für diejenigen, die immer noch programmieren: Java Script wird an Einfluss gewinnen.

OpenSource Software wird stärker und die Anzahl der „gemischten“ Installationen (bestehend aus kommerziellen Anbietern – wie Esri – und OS) wird zunehmen. Insbesondere die „klammen“ Behörden werden sich zunehmend OpenGeo zuwenden.

Es wird zunehmende Rasterdatenangebote und -anbieter geben. Grund: immer einfachere Möglichkeiten, Befliegungen mit preiswerten Drohnen durchzuführen. Entsprechend werden auch die Angebote für Rasterdatenanalyse zunehmen. 3D Visualisierung und -modellierung wird zunehmen.

Apps werden sich nicht mehr nur darauf beschränken, einen Punkt auf der Karte zu zeigen. Auf Basis der Location werden immer mehr Apps wirklich Aktionen auslösen – welcher Art auch immer. LBS kommt rund 15 Jahre nach dem ersten Hype nun doch.

Außerdem wird Indoor Navigation einen Boom erleben, weil es zahlreiche Unternehmen gibt, die auf diesen Zug aufspringen.

Wer auf diesen Artikel hin eine Wette verliert, dem sei hiermit gesagt, dass ich dafür nicht gerade stehe.


QGIS 2.0 – der 2.0te Blick

Vor einige Tagen berichtete ich an dieser Stelle, dass QGIS 2.0 released wurde. Hier nun ein paar Infos zu den neuen Features – das ist schon überwältigend, was nun alles geht.

Es gibt einen umfangreichen Changelog, also eine Auflistung samt knapper Beschreibung der neuen Funktionen. Diese werde ich hier nicht alle aufzählen, aber einige, die ich wichtig und gut finde, herausstellen. Zuvorderst: QGIS heisst jetzt nur noch QGIS, nicht mehr Quantum GIS. Das reduziert Konfusion. Das nächste große Punkt: Der Processing Modeller, eine Art Model Builder, wie man ihn aus ArcGIS Desktop kennt (Meines Wissens geht die Idee übrigens auf Leop’s Map Models von Leopold Riedl zurück).

In der Kartographie wurden zahlreiche Verbesserungen durchgeführt, herauszuheben ist die Möglichkeit, Kartenserien zu erstellen. QGIS unterstützt nun Oracle Spatial und einige OGC Dienste.

Wie gesagt: Was wichtig ist, beurteilt jeder selbst, deswegen einfach selber ausprobieren: QGIS gibt es hier: http://qgis.org/en/site/


Das meistgenutzte GIS

Eine Umfrage unter GIS Anwendern zeigt, dass ESRI das am weitesten verbreitete GIS ist. Der Autor dieser Studie schreibt zwar selbst darüber: „This crap is not scientific.“ Aber eigentlich macht das Ganze schon einen ganz soliden Eindruck.

Demnach wird ESRI Software von rund der Hälfte der 117 Befragten am häufigsten eingesetzt und ist darüber hinaus auch das Mittel der Wahl. Weitere Erkenntnisse:

  • 40% derer, die ESRI Software als primäres Werkzeug einsetzen, setzen auch OpenSource Software ein
  • 75% derer, die ESRI Software als primäres Werkzeug einsetzen, setzen auch Google Software ein
  • Umgekehrt gilt: 80% derer, die OpenSource (oder auch Google) als erste Wahl einsetzen, haben auch ein ESRI Produkt im Einsatz

Und wer so etwas ähnliches noch einmal nachlesen will zum Thema Kartendienste: Einfach hier lesen.


Stadtpläne online erstellen

Ich kann mich erinnern, wie wir vor einigen Jahren Software entwickelt haben, um Stadtpläne mit einem Strassenregister zu erstellen. Dann haben wir die Pläne ausgedruckt und von Hand sortiert. Damals haben Unternehmen für diese Dienstleistungen richtig viel Geld bezahlt. Müssen sie heute nicht mehr- dank MapOSmatic.

MapOSmatic ist ein webbasierter Dienst im Internet, der auf Basis von OSM Daten Pläne erstellt. Auf einer Seite, auf mehreren Seiten, ganz wie man will. Inklusive Strassenregister. Wer also Drucksachen mit Strassenplänen machen möchte und keine besonderen Ansprüche hat, ist hier richtig: Das Ergebnis gibts als PDF, PNG oder SVG.

Da die Lizenzbedingen von OSM zugrunde liegen, kann man die Pläne entsprechend  verwerten und kommerziell nutzen.


FossGIS Rückblick

Das finde ich mal prima: Alle (oder zumindest eine ganze Menge) Vorträge der FOSSGIS online. Nicht nur die Folien sondern auch Aufnahmen der Vorträge selber. Ich hab sie selber noch nicht angeschaut, aber im Kino läuft ja zum Glück grad nix …


Google Maps Store Locator Utility Library

Googles neue Store Locator Utility Library macht das Erstellen von einfachen Standortkarten enorm einfach. Ein kurzes Video, das einen ersten einfachen Einstieg gibt, ein paar Dateien und ein gute Doku – mehr braucht es nicht.

Cool!

 

Open Source – was ist das

Ich hatte ja schon einmal einen Artikel geschrieben, in dem ich versucht habe, kurz und sachlich darzustellen, was OpenSource Software eigentlich ist.

Nun stolperte ich beim abendlichen Surfausflug ins Netz auf die o’Reilly Open Books. Hier fand ich das Buch „Understanding Open Source and Free Software Licensing„. Es ist zwar aus dem Jahr 2004 – dennoch: Einige Passagen aus diesem Buch sind sicher auch heute noch lesenswert – nicht nur aus nostalgischen Motiven.

Ebenfalls zu dem Thema (und mit einer vorläufigen deutschen Übersetzung): „Producing Open Source Software“ oder „Wie man ein erfolgreiches OpenSource Software Projekt führt.

 

 

Open Source – Was ist das eigentlich

Wenn es zur Diskussion kommt, ob OpenSource Software besser sei als „geschlossene“, wird es schnell unsachlich. Ich habe jedenfalls schon viele Diskussionen erlebt, in denen Open Source als Synonym verwendet wurde zu Begriffen wie „kostenlose Software“ oder „Open Standards“.

Daher freute ich mich heute besonders über den Artikel „Ten Things You Need to Know About Open Source Geospatial Software“. Hier eine kurze Zusammenfassung der aus meiner Sicht wichtigsten Punkte:

Open Source Software ist nach den Kriterien Open Source Iniciative lizenziert.

Open Source Software wird von einer Gemeinde entwickelt.

Open Source Software ist das Gegenteil von Proprietärer Software. Open Source Software ist nicht das Gegenteil von kommerzieller Software.

Open Source Software ist wie Proprietäre Software vor allem eines: Software. Weder Open Source Software noch Proprietäre Software ist alleine dieses Kriteriums wegen besser oder schlechter.

OSGeo fördert die Entwicklung von Open Source GIS Software. Das OGC hingegen kümmert sich um offene GIS Standards, die im wesentlichen den einfachen Austausch von Geodaten zwischen unterschiedlichen Softwareprodukten ermöglichen sollen. Open Source Software und Offene Standards sind nicht dasselbe.

Die Einführung von Open Source Software kostet in der Regel Geld. Zwar ist die Software kostenlos, aber es kommt vor, dass Beratungsleistungen oder Anpassungsarbeiten notwendig sind.