GIS für Wellenreiter

Wenn ein Mensch von einem Hai angegriffen wird, wird das von den Medien in der Regel dankbar aufgegriffen – und so erhalten diese Fische dann ihre Aufmeerksamkeit. Und das, obwohl Hai Attacken nicht wirklich häufig sind: In West Australien, der Gegend mit den angeblich meisten Hai Unfällen weltweit starben in den letzten beiden Jahren angeblich 6 Menschen durch Hai Angriffe.

Nun haben Forscher in Australien zahlreiche Haie mit Sendern ausgestattet. So was machen Forscher ja öfters. Neu in diesem Fall ist eine echte Geofencing Anwendung: Nähert sich einer der Haie mehr als einen Kilometer der Küste, wird ein Tweet erzeugt, mit dem Surfer dann gewarnt werden (können).

So weit ist es schon gekommen: Auf der Welle wird getwittert…

Hier ein Beitrag mit weiteren Infos und dem Twitter Account – falls Ihr dieser Tage einen Wellenritt in Australien plant.

Social Media räumlich auswerten

Die räumliche Auswertung von Social Media Kanälen funktioniert nicht nur, in der Zwischenzeit ist sie insbesondere im Katastrophenschutz fast unverzichtbar.

Wer sich dem Thema nähern will, ohne aufwendige Programmieraktionen zu starten, sollte sich mal GeoFeedia anschauen. Dabei handelt es sich um ein Tool, mit dem man auswerten kann, was auf welchen Kanälen wo gepostet wird. Man kann also auf einer Karte den Bereich eingrenzen, den man beobachten möchte, kann nach Hashtags filtern und bekommt auf diese Weise ziemlich genau mit, was im Zielgebiet so los ist.

Wer noch nicht verstanden hat, welchen Nutzen man davon hat, der kann mich gerne mal zu einem guten Essen einladen – dann können wir das gerne diskutieren.

Der Puls der Stadt

FourSquare hat auf YouTube ein paar sehenswerte Videos veröffentlicht, die unter dem Namen Foursquare Check-ins show the pulse of… Dabei wird der Verlauf der Check-ins im Zeitverlauf gezeigt. Am Farbverlauf kann man erkennen, um welche Art von Location es sich handelt: z.B. Residential, Professional, Travel&Transport etc.

Bereits im Mai 2011 hat das Wall Street Journal einen ausführlichen Vergleich von New York und San Francisco veröffentlicht, der einzig auf Foursquare Daten beruht.

Der Wert dieser Daten – vor allem in Kombination mit anderen Informationen – wird für die Raum- und Stadtplanung in Zukunft sicher immer wichtiger…


Social Media und Katastrophen

Das Social Media Tools wie Twitter im Katastrophenschutz wertvoll sein können, wird immer mal wieder berichtet, auch hier. In Heidelberg widmet sich am 17. Oktober eine Tagung speziell diesem Thema: Web 2.0 und Social Media in Katastrophenschutz und Hochwassermanagement.

Heute abend fand eine Schießerei am Capitol in Washington statt. Auch hier spielte Twitter eine große Rolle: Sei es, dass die Poizei aufgrund der Tweets reagierte oder sei es, dass die Gefährdete dadurch informiert wurden.


Die Geographie von Twitter

Das könnte bald als Standardwerk gelten: Unter dem Titel „The Geography of Twitter“ ist ein wissenschaftliches Papier erschienen, das absolut lesenswert ist. Jedenfalls für all diejenigen, die sich damit auseinandersetzen, wie man Twitter für geographische Auswertungen nutzen kann.

Es beschreibt so ziemlich alles, was mit Raum und Twitter zu tun hat: Wie viele Tweets auf welche Art einen Rückschluss auf den Ort des Nutzers zulassen, wie viele Nutzer wo ihre Tweets geokodiert absetzen, und Einiges mehr.

Kurz zusammengefasst: 1,5 Mrd Tweets von 70 Mio. Usern im November 2012 wurden ausgewert. Davon sind ca. 3% geokodiert in dem Sinne, dass die Anwender ihren Ort preisgeben. Allerdings ließen sich durch Geokodierung der Tweets insgesamt ca. 34% der Tweets kartieren. Die Methoden dazu werden grob beschrieben. Rund die Hälfte der Tweets haben mit dem näheren Umfeld zu tun. Und zur Frage, wie relevant Twitter ist: „where there is electricity, there are tweets.“


Die Vermessung der Schweizer GIS Szene

Ralph Straumann hat schon mal einen sehr interessanten Beitrag geschrieben – damals ging es um die geokodierte Fotos, die auf einer dynamischen Karte dargestellt wurden.

Nun hat er die schweizerische GIS Szene 2.0 in Twitter „vermessen“, also die virtuelle Landschaft beschrieben: Was verbindet die Leute miteinander und warum. Sehr lesenswert. Wirklich. Vor allem, wenn man sich als Geograph mal ernsthaft mit dem Begriff „Landschaft“ auseinandergesetzt hat.


Was Foursquare fourhat

Diesen Artikel von Foursquare hatte ich schon vor einigen Tagen gefunden, komme aber leider erst jetzt dazu, darüber zu schreiben. Was im Wesentlichen daran liegt, dass ich ihn erstmal selber lesen wollte.

Foursquare hat über drei Monate alle CheckIns ausgewertet und jeweils als Punkt dargestellt. Das ergibt einige wirklich coole Karten, wie die hier.

Quelle: https://foursquare.com/infographics/500million

Dazu schreiben die Leute von foursquare, was sie mit „ihren“ Daten machen wollen:

  1. Nicht nur die Punkte sondern auch die Reihenfolge der CheckIns sind wichtig. Sprich: Es kommt nicht nur darauf an, welche Orte Menschen gerne besuchen, sondern auch, welche Orte sie gerne als nächstes besuchen. So wie Google Seiten und Amazon Produkte empfiehlt, will Foursquare dann echte Orte empfehlen.
  2. Eine aktuelle Datenbank aufbauen, die jede Menge Orte enthält. Das ist wohl die naheliegendste Idee, wie man diese Datenvergolden kann.
  3. Was viele Leute heute bereits als Geschäftsmodell sehen und warum dieser Markt von Google, Apple und andere so heftig umkämpft wird: Man will den Geschäften, Museen, Gaststätten etc. neue Möglichkeiten geben, wie sie mit ihren (heute anonymen) Kunden interagieren können.

Alles irgendwie naheliegend. Heute jedenfalls.

Twittern

Geokodierte Fotos im Verlauf eines Tages

Bewegte Karten kennt man ja inzwischen – z.B. anhand der Zugverspätungen – hier nun eine weitere: Wann wurden wo von wie vielen Menschen Fotos gemacht?

Diurnal and spatial patterns of georeferenced Flickr photographs in the city of Zurich (Switzerland) from Ralph Straumann on Vimeo.

Um diese Karte zu erstellen, wurden 80.000 geokodierte FlickR Fotos aus Zürich ausgewertet. Ich kenne mich in Zürich kaum aus (nur den Sprüngli Laden mit der Super Schokolade würde ich sicher wieder finden und dort wieder arm und dick werden), aber Ralph Straumann kommentiert das auf dieser Seite.


Geomarketing und Social Media

Wer noch daran zweifelt, dass Social Media massives Potenzial für Geomarketing bieten: Obama hat seinen Wahlerfolg zum (großen) Teil der enorm effizienten Ansprache von Menschen via Twitter zu verdanken, wie u.a. Focus Online berichtet.

Zum Thema Geomarketing – das dürfte für die meisten Leser dieses Blogs eher alltagsrelevant sein, als Wahlkämpfe zu organisieren – und Social Media ist hier ein Artikel zum Einstieg.


One Million Tweet Map

Eine Karte der letzten Tweets sehen? Das noch nach Hashtags filtern? Oder nur die letzten 5 Minuten anschauen?

Das geht mit onemilliontweetmap. Es gibt ja bereits Tools, mit denen sich Tweets räumlich auswerten lassen. Hier gibt es aber ein paar neue Möglichkeiten:

  • Man kann die dargestellten Tweets zeitlich eingrenzen,
  • Man kann nach Keywords oder Hashtags filtern. Sucht man nz.B. nach #Windows8, zeigt die Anwendung gleich verwandte Begriffe wie #win8, #microsoft etc.,
  • man kann sich Heatmaps und Cluster anzeigen lassen.