Musikalische Karten

Das ist zwar nicht ganz meine Musik, aber die Idee gefällt mir: Die Library of Congress hat fast 90.000 Musikstücke online gestellt. Naja, das gibt’s anderswo auch, wenn auch nicht immer so legal. Das interessante hieran: Alle Lieder wurden auf die amerikanischen Bundesstaaten georeferenziert:

  • wenn das Stück in dem Staat aufgenommen oder geschrieben wurde
  • wenn das Stück von diesem Staat handelt
  • wenn der Künstler mit diesem Staat assoziiert ist.

Wenn man in dieser Anwendung auf einen Staat klickt, erhält man eine Liste von Liedern, Bildern bzw. Videos.

Prism, Snowden und – GIS

Datenschutz und Privatsphäre – das sind Themen, die auch hier bereits angerissen wurden. Dieser Artikel beschreibt auf hervorragende Art und Weise warum den meisten Deutschen zu Datenschutz ein Verhältnis haben, dass andere Nationen nur mit Mühe verstehen: Seit 1933 (sprich in den letzten 80 Jahren) gab es zwei totalitäre deutsche Regimes, die auf Denunziation, Misstrauen und Überwachung gründeten (die ich beide zum Glück nicht selbst erfahren habe).

Nun also Prism und Snowden. Und GIS. Was man mit Daten anstellen kann, sollte die Leser dieses Blogs eigentlich nicht überraschen, aber eindrucksvoll ist dieses Beispiel von Malte Spitz dennoch: Die Verbindungsdaten seines Mobiltelefons verbunden mit Twitter Feeds zeichnen für ein halbes Jahr ein enorm genaues Bild – was die Kollegen der Zeit übrigens wirklich gut umgesetzt haben.

Traurig, dass auch diese Geheimdienstaktivitäten keine hundertprozentige Sicherheit bieten: In Boston konnten dennoch zwei Bomben explodieren. Dass die Täter dann recht schnell identifiziert waren, war wiederum eindrucksvoll und ist sicher auch auf entsprechende Datenmengen und Rechenleitungen zurückzuführen. Und: Wie viele Anschläge dadurch verhindert wurden, ist unbekannt. Genauso wenig ist bekannt, gegen wie viele Leute aufgrund geheimdienstlicher „Erkenntnisse“ zu Unrecht ermittelt wurde.

Diesem Artikel zufolge pflegte Snowden übrigens bereits vor seinem Dienstantritt bei der NSA Kontakte zu Wikileaks Unterstützern – und er bekam den Job dennoch. Was also taugt diese Datensammelwut?


Der Unterschied zwischen Papier- und elektronischen Karten

Das hat zwar nur am Rande mit GIS zu tun, einen kurzen Post finde ich es aber wert: In Californien wurde ein Mann zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er vor einem Stau auf seinem Smartphone nach einer alternativen Route suchte. Ja, auch in Californien ist die Benutzung des Handy am Steuer verboten – dort nennt man das „distracted driving“ also abgelenktes Fahren. Er ging gegen diese Strafe vor, weil er der (nicht unberechtigten) Meinung war, dass das Rumdatteln mit Papierkarten mindestens genauso ablenkend sei. Recht bekam er nicht. Der Originaltext (verfasst nach dem netten amerikanischen Schema: sag, was du sagen wirst, sag es, sag, was du erzählt hast) ist hier.

Der Wert von Satellitenbildauswertungen

Ich bin ja immer dankbar für Berichte, die Beispiele dafür bringen, welchen Wert GIS oder GIS Analysen haben. Für die Energieversorger gibt es ein recht schönes und prägnantes Beispiel, was passieren kann, wenn man gar kein GIS einsetzt. Beispiele, an denen aber der Wert der Analysen (nicht der zu vermarktenden Daten) errechnet wird, gibt es zwar, sie sind aber noch immer selten.

Das USGS hat für den Staat Iowa (besser: einen Teil davon) im Rahmen einer Value of Information Analysis (VOI) untersucht, welchen Wert Analysen von Landsat Daten haben. „A VOI analysis is a comparison of what canbe accomplished with higher quality informationversus what can be accomplishedwithout it.“ Konkret wurde dort untersucht, wie sich die Nitratbelastung des Mais- und Sojaanbaus auf das Grund- und damit Trinkwasser auswirkt. Die Ergebnis: Die Nutzung der Landsat Daten ist mehrere 100 Mio US$ wert.


Aus der Karte aus dem Sinn

Ende letztes Jahr war das Massaker von Newtown tagelang ein Hauptthema in den Medien. Dazu entbrannte natürlich auch die Diskussion um das Waffenrecht in den USA – mal wieder. Auch hier fand das Thema Erwähnung. Aber dann war es mal wieder aus dem Sinn und wir hatten alle andere Themen, die uns beschäftigen.

Hier nun eine Karte (veröffentlicht vom Spiegel unter dem Titel „Atlas der Todesschüsse„), die verdeutlicht, wie die Situation mit Feuerwaffen in den USA wirklich ausschaut: Seit dem 14.12.2012 sind in den USA deutlich mehr als tausend Menschen durch Schusswaffen ums Leben gekommen. Und diese Karte macht aus jedem Einzelnen Opfer eine kleine Geschichte.


Open Topography

„Nee, wie geil“ hab ich gedacht, als ich das hier gesehen habe: LIDAR Daten als OpenData. In den USA. Schade.

Das Portal ist wirklich einen Blick wert: Auf einer Google Maps basierten Karte sind die verfügbaren Datensätze (die zugegebenermaßen nicht alle topaktuell sind) dargestellt. So bekommt man schnell einen Eindruck davon, wo Daten verfügbar sind. Dort kann man dann ein Rechteck aufziehen und kann die Daten entweder sofort als KMZ Datei oder das gesamte DGM runterladen. Oder aber man macht ein paar Einstellungen, lässt die Daten prozessieren und freut sich auf die Email, die einen benachrichtigt, wenn die Daten fertig sind. Schon der Gedanke, dass man diese Daten für jedermann in Google Earth nutzbar bereitstellt und so eine enorme Reichweite erzielt, finde ich – bemerkenswert und beneidenswert.

Beim Geodatenzentrum des BKG kann man sich (kostenpflichtig) ein DGM im 10 Meter Raster bestellen. Mit einem Tool, dass ich jetzt nicht kommentiere sondern einfach hier zeige (weil es nicht leicht zu finden ist):

Schader.

 

Daten visualisieren

Karten – zumindest thematische – sind nichts anderes, als die Visualisierung von statistischen Daten. Thematische Karten gibt es auf der Seite des US Census Bureau – also der staatlichen Behörde für Statistik der USA – auch, vor allem aber jede Menge wirklich guter Darstellungen. Damit man immer mal wieder auf diese Seite kommt, gibt es jede Woche eine neue Grafik.

Gefällt mir! Richtig gut!


300 Millionen Punkte auf einer Karte

Genau 308,450,225 Punkte auf einer Karte der USA. Das sind für jeden Menschen, der in der Volkszählung 2010 gezählt wurde, ein Punkt. Die Methode ist hier beschrieben, die Karte gibt es hier.

Und hier einen Ausschnitt aus New York: Der Hudson River und der Central Park stechen als weisse Flecken heraus.


Open Data und Karten

Ein kontrovers und höchst emotional diskutiertes Thema, das auf den ersten Blick weder mit Karten noch mit Open Data zu tun hat: Das Waffenrecht der USA.

Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat die Zeitung „The Journal News“ die Adressen von Waffenbesitzern bei den Behörden angefragt, daraus eine Karte erstellt und diese im Internet veröffentlicht.

Adressen von Waffenbesitzern

Screenshot von The Journal News

The Journal News weist darauf hin, dass die Daten bei den Behörden angefragt wurden und nach dem Gesetz von New York öffentlich sind.

Die Diskussion zu dieser Karte ist – wie man im Beitrag der SZ lesen kann – wenig kontrovers. Ablehnend trifft es eher. Das ist für die USA im allgemeinen und dieses Thema im besonderen schon bemerkenswert: Dort sind ja jede Menge Daten öffentlich zugänglich – auch personenbezogene z.B. von Straftätern. Diese Karte erscheint den meisten Menschen aber eher eine Hetzjagd vor – oder wie ein Kommentar deutlich macht: Wie der offensitchliche Hinweis an alle Bad Guys, wo sie eine Knarre finden können…


Präsidentschaftswahl in den USA – kartographisch erklärt

Das Wahlsystem in den USA mit seinen Wahlmännern ist recht kompliziert. Karten dazu sieht man in den Nachrichten heute ja auch oft, und mitunter wird dann auch klar, das bevölkerungsreiche Staaten wie Californien „mehr Wert sind“ als dünn besiedelte Staaten. Hier nun ein Video, das anhand einer (sehr kreativen) Kartographie die Wahlen in den USA sehr schön erklärt: Geld regiert die Welt.

Der gesamte Artikel ist hier zu lesen.